Sport : Hilfe, der Ex-Trainer kommt Warum Ewald Lienen in Gladbach gewonnen hat

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Mönchengladbach Wenn Ewald Lienens Trainerkarriere so weiterläuft, wird er irgendwann unbesiegbar sein. Das Prinzip ist nämlich dies: Gegen ehemalige Vereine gewinnt Lienen immer, und die Zahl seiner früheren Arbeitgeber nimmt regelmäßig zu: FC Hansa Rostock, 1. FC Köln, MSV Duisburg und Borussia Mönchengladbach. Das Spiel gegen Mönchengladbach war nun schon das siebte gegen einen ehemaligen Klub. Wieder gewann Lienen, diesmal mit der Mannschaft von Hannover 96.

Nach schwachem Saisonstart hatte schon einiges darauf hingedeutet, dass auch Hannover bald ein ehemaliger Arbeitgeber Lienens sein würde. Doch nach vier Siegen in den vergangenen fünf Spielen spricht nichts mehr für eine Entlassung. Durch das 2:0 in Gladbach wissen Hannovers Verantwortliche auch: Wenn sie Lienen loswerden und er ihnen irgendwann einmal als Trainer gegenübersteht, haben sie so gut wie verloren.

Man sieht sich immer zweimal im Leben, aus Ewald Lienens Mund wäre das eine handfeste Drohung für jeden Arbeitgeber. Für Lienen dürfte der Sieg in Gladbach ohnehin eine besondere Genugtuung gewesen sein. Als er vor 13 Monaten entlassen worden war, hatte er eine Verschwörung gegen sich gewittert. Denn sein Nachfolger wurde Holger Fach, und der ist ein guter Freund des Gladbacher Sportdirektors Christian Hochstätter.

Der Sieg stimmte Lienen jedoch milde: „Die Geschichte von damals ist zwar nicht vergessen, aber verjährt.“ Dass Lienen nicht mehr über die Vergangenheit reden wollte, lag wohl auch am neuen Stadion der Gladbacher. Mit ihm konnte der Trainer keine Erinnerungen verbinden. „Ich hatte schon ein bisschen Herzklopfen. Ich war ja bislang noch nicht in diesem fantastischen Stadion“, sagte er.

Besonders sachlich war der 50 Jahre alte Trainer bei der Beurteilung der Lage seines neuen Klubs: „Dieser Erfolg war für uns überlebenswichtig. Aber auch mit drei Siegen in Serie werden wir unsere Saisonziele nicht neu definieren.“ Doch immerhin hat sich seine Mannschaft nun in der oberen Tabellenhälfte etabliert und mit dem zweiten Auswärtssieg eine lange Misserfolgsserie beendet. 17 Jahre lang blieb Hannover in Gladbach ohne Sieg, Punkt und Tor, ehe der überragende Jung-Nationalspieler Per Mertesacker (17. ) und Steven Cherundolo (35.) mit seinem ersten Bundesliga-Tor am Samstag die schwarze Serie beendeten. „Wir haben einen Lauf, und der kann auch ruhig so weitergehen. Aber wir werden irgendwann auch wieder unsere Probleme bekommen“, befand Torschütze Cherundolo, der nach einem Zusammenprall mit Peer Kluge kurze Zeit benommen am Boden lag und die Partie mit Verdacht auf Gehirnerschütterung vorzeitig beenden musste.

Torhüter Robert Enke, ebenfalls ein früherer Gladbacher, sagte: „Ich hätte schon erwartet, dass von Gladbach ein bisschen mehr kommt. Aber gegen uns ist es halt auch schwer.“ Vor allem mit einem Trainer, der gegen seine ehemaligen Klubs immer gewinnt. Tsp

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