Sport : Hilfe für Klinsmann

Stefan Hermanns

über die mangelnde Klasse der Bundesliga Vermutlich wird es heute kein besonders angenehmer Arbeitstag für Jürgen Klinsmann werden. In Frankfurt sitzt der Bundestrainer den prominentesten Vertretern der murrenden Bundesliga gegenüber, und ein bisschen Hilfe aus dem Ausland kann unter dieser Voraussetzung sicher nicht schaden. Die Hilfe für Klinsmann kommt in diesem Fall aus Frankreich, wo die Fußballzeitschrift „France Football“ gestern die Kandidatenliste für die Wahl zu Europas Fußballer des Jahres veröffentlich hat. Was das mit der Bundesliga zu tun hat? Wenig. Unter den fünfzig Nominierten sind gerade zwei, die in Deutschland spielen: der Holländer Roy Makaay und, als einziger Deutscher, Michael Ballack.

Um es einmal deutlich zu sagen: Wenn die Nationalmannschaft miserabel spielt wie zuletzt gegen die Slowakei, die Türkei oder China, hängt das weniger mit Klinsmanns Fitnesstests zusammen als mit dem bescheidenen Niveau der Bundesliga. Der Bundestrainer hat nur den richtigen Schluss aus dieser Misere gezogen. Einen Schluss, den der deutsche Fußball vor spätestens zehn Jahren hätte ziehen müssen: Wir müssen besser werden. In allen Bereichen. Was ist dagegen zu sagen?

Vielleicht reagiert die Bundesliga so heftig, weil sie sich ertappt fühlt. Die magere Bilanz in den Europapokalwettbewerben spricht für sich. Die Vorauswahl zu Europas Fußballer des Jahres ist nur ein weiteres Indiz für mangelnde Klasse. Im vergangenen Jahr stand kein einziger Deutscher zur Wahl, in diesem Jahr ist es immerhin einer. Na, also! Seitdem Klinsmann Bundestrainer ist, geht es steil aufwärts mit dem deutschen Fußball.

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