Sport : Hilfe vom Ex

Basketballtrainer Svetislav Pesic will Spielmacher Aleksandar Rasic an Alba Berlin ausleihen

Moses März,Benedikt Voigt

Berlin - Seit der Verpflichtung von Luka Pavicevic ist auch Svetislav Pesic zu Alba Berlin zurückgekehrt. Zumindest ist er wieder näher an seinen ehemaligen Basketballklub herangerückt, den jetzt sein ehemaliger Spieler aus dem jugoslawischen Juniorenteam betreut. So nahe, dass Svetislav Pesic sogar die zweimonatige Suche der Berliner nach einem neuen Aufbauspieler beenden dürfte. „Wir sprechen zurzeit über die Möglichkeit, Aleksandar Rasic an Alba Berlin auszuleihen“, berichtet der Trainer des russischen Spitzenklubs Dynamo Moskau, „mit irgendeinem anderen Verein würde ich das nicht machen, aber Alba hat einen guten Trainer und eine gute Organisation.“

Alba Berlin wollte gestern Mittag das geplante Ausleihgeschäft noch nicht bestätigen. „Es ist noch nicht sicher, ob der Transfer zustande kommt“, sagt Albas Geschäftsführer Marco Baldi. Allerdings rechnete Pesic mit einer baldigen Einigung. „Es geht nur noch um Kleinigkeiten, ich denke, dass bis Samstag alles geklärt sein könnte.“ Gegenwärtig verhandeln das Moskauer und Berliner Management mit Rasics Agentur Beobasket über die genauen Modalitäten des Geschäfts. Von einem Ausleihvertrag über ein Jahr ist die Rede.

Gestern hat der 23-jährige Rasic noch in Moskau mittrainiert, wo er bis zum Ende der Saison 2009/2010 unter Vertrag steht. „Aber er könnte schon am Dienstag gegen Siauliai für Alba im Uleb-Cup spielen“, sagt Pesic. Damit das Ausleihgeschäft überhaupt möglich ist, hat der Welt- und Europameistertrainer den Serben nicht für das Moskauer Uleb-Cup–Spiel am vergangenen Dienstag gemeldet. Rasic ist gegenwärtig dritter Aufbauspieler bei Dynamo Moskau und kam aufgrund der rigiden Ausländerregelung in Russland nur einmal zum Einsatz. „Er hätte in Berlin einen Trainer, bei dem er genügend Einsatzzeit bekommt und sich weiterentwickeln kann“, sagt Svetislav Pesic.

Alba sucht seit Goran Jeretins Kreuzbandriss im Trainingslager in Kranska Gora nach einem weiteren Aufbauspieler. Zuletzt beim Uleb-Cup-Spiel in Badalona (67:79) musste Flügelspieler Julius Jenkins 37 Minuten auf dem Spielfeld stehen, weil er auch noch auf der Spielmacherposition aushelfen musste. Der erste Spielmacher Bobby Brown kam auf 30 Minuten. Aleksandar Rasic aber könnte Luka Pavicevics Probleme im Spielaufbau lösen. „Er ist schnell und versteht das Spiel“, lobt Svetislav Pesic. In der vergangenen Uleb-Cup-Saison überzeugte Rasic mit durchschnittlich 10,4 Punkten und 3,9 Assists pro Spiel für seinen Belgrader Klub FMP Zeleznik so sehr, dass erst Efes Pilsen Istanbul und dann Dynamo Moskau den jungen Point Guard abwarben. Moskau hat Aleksandar Rasic jetzt auf die Transferliste gesetzt und verkündet auf der Homepage: „Damit der Spieler sich weiterentwickeln kann, sucht der Klub eine Variante, ihn ein Jahr an ein europäisches Team auszuleihen, bei dem Sascha in der Starting Five steht und genug Spielzeit bekommt.“

Letzteres ist insofern interessant, als der US-Amerikaner Bobby Brown bei Alba als Spielmacher überzeugt hat. In Badalona erzielte er 26 Punkte. Wird Aleksander Rasic Bobby Brown verdrängen? „Bobby Brown hat seine Zeit sehr gut genutzt, er hat sich seinen Platz im Team erkämpft, und jeder, der neu hinzukommt, muss das anerkennen“, sagt Trainer Luka Pavicevic, „aber wir haben Platz für zwei Aufbauspieler.“ Svetislav Pesic aber sagt bereits: „Ich glaube, Aleksander Rasic wird erster Aufbauspieler.“ Und sein Wort zählt bekanntlich bei Alba Berlin auch noch was.

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