Sport : Hilfe von oben

Die Basketballer von Alba beenden ihre Niederlagenserie mit einem glücklichen 80:76 gegen Athen

Benedikt Voigt

Berlin. Nach Spielschluss war Doktor Alban dran. Sein Lied „Sing Halleluja“ ertönte über die Lautsprecher in der Max-Schmeling-Halle, und wahrlich, die Basketballer von Alba Berlin konnten Halleluja singen. Sie hatten im Europaligaspiel gegen AEK Athen durch ein 80:76 (34:38) die letzte Chance auf das Weiterkommen gewahrt. Mit vier Siegen und sieben Niederlagen können die Berliner am 30. Januar im Spiel bei Cibona Zagreb den fünften Platz erobern, der zur Qualifikation für die Zwischenrunde berechtigt. Danach stehen noch die Spiele gegen Pau- Orthez und Barcelona an.

Es war kein gutes, aber ein dramatisches Spiel gegen Athen. Wieder einmal konnte Alba nicht mit der besten Besetzung beginnen. Aufbauspieler Mithat Demirel saß anfangs auf der Bank, er hatte wegen einer Verletzung in der Woche nur eingeschränkt trainiert. Für den Nationalspieler stand John Celestand in der ersten Fünf. Erst nach neun Minuten wechselte Trainer Emir Mutapcic seinen angeschlagenen Spielmacher ein. Die Berliner begannen nervös, was kein Wunder war, hatten sie doch nach der Weihnachtspause noch kein Spiel gewonnen. Alba benötigte fünf Minuten (9:9), um sich in der Offensive zu finden. Dann zogen die Gastgeber mit einer 12:4-Serie davon. Eine kurzzeitige Zonenverteidigung half, um nach dem ersten Viertel 21:15 in Führung zu liegen.

Es war zunächst das Glück der Berliner, dass der griechische Meister AEK Athen in der Europaliga ein anderes Gesicht als in der heimischen Liga zeigt. In Griechenland ließ sich die Mannschaft von Trainer Dragan Sakota erst zweimal bezwingen, in der Gruppe A der Euroleague tritt sie als Punktelieferant auf. Gestern spielte sie lange ohne Begeistung, doch dann baute Alba die Griechen in den letzten fünf Minuten des zweite Viertels mit einer 6:18-Serie wieder auf. Gegen eine Zonenverteidigung der Athener fanden die Würfe der Berliner nicht mehr den Weg ins Ziel. Henrik Rödl bekam in der Verteidigung Nikos Hatzis nicht unter Kontrolle. Der griechische Nationalspieler erzielte 25 Punkte.

Auch im dritten Viertel blieb das Spiel zerfahren. Nach einem Dreipunktewurf durch John Celestand gingen die Berliner in der 25. Minute erstmals wieder in Führung (48:46). Der Aufbauspieler, der erst seit einem Monat bei Alba ist, machte sein bisher bestes Spiel und kam auf 21 Punkte. Die Partie blieb eng, allerdings brachten die Schiedsrichter die Zuschauer mit einigen umstrittenen Foulpfiffen gegen sich auf. Trainer Emir Mutapcic kassierte ein Technisches Foul und Centerspieler Jovo Stanojevic das vierte Foul. Mutapcic machte daraufhin sein Team kleiner, stellte Quadre Lollis (2 Meter) auf die Centerposition und ließ Henrik Rödl (2,01 Meter) als Power Forward spielen. Die Spieler, die sonst auf diesen Positionen spielen, sind größer. Fortan hatte Alba zwar Probleme, die Rebounds zu fangen, konnte aber eine 58:55- Führung in das letzte Viertel retten.

Das Spiel ging weiter hin und her, die Griechen ließen sich nicht abschütteln. 76:76, die letzte Minute musste entscheiden. Celestand schnappte sich den Ball, zog zum Korb und punktete. Nach einem schnellen Foul durfte der Aufbauspieler auch noch zwei Freiwürfe zum Endstand von 80:76 treffen. Alba hatte endlich Glück gehabt. Halleluja!

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