Sport : Hilflos vor dem Tor

Deutsches Eishockeyteam unterliegt 0:2 gegen die USA

Claus Vetter

Hannover. Hans Zach hat sich als Freund unpopulärer Maßnahmen längst einen Namen gemacht. So werfen Kritiker dem Eishockey-Bundestrainer vor, dass er nicht immer die besten, sondern vorrangig die Spieler nominiert, die mit seiner hemdsärmeligen Art klarkommen. Zach ist eben risikobereit. Insofern passte das, was er gestern im ersten Spiel der Nationalmannschaft beim Deutschland-Cup gegen die USA inszenierte, ins Bild. Auch wenn kaum ein Zuschauer in der Preussag-Arena in Hannover Gefallen daran fand. Zach beorderte fünf Sekunden vor Ende des ersten Drittels seinen Torwart auf die Bank und ließ mit sechs Feldspielern spielen: Die USA gewann das Bully und der Puck landete wenig später im deutschen Tor.

Der unter den Zuschauern weilende Ralph Krüger, Trainer der Schweizer Nationalmannschaft, hielt Zachs Aktion gar für „Wahnsinn". Der Bundestrainer hatte Glück: Der Treffer der USA zählte nicht, weil der Puck erst nach der Pausensirene über die Linie trudelte. Trotzdem, die Szene verursachte bei der bis dahin gut aufspielenden deutschen Mannschaft anscheinend langwierige Kopfschmerzen: Die Auswahl von Zach verlor gegen die USA 0:2 (0:1, 0:0, 0:1).

Denn gerade im ersten Abschnitt sprach das Verhältnis der klaren Torchancen eindeutig für Zachs Team. Allerdings waren die deutschen Stürmer vor dem amerikanischen Tor hilflos. Und wenn in der Abwehr dann geschlampt wird, kann das in so einer Situation gefährlich werden: Eine Unachtsamkeit von Goldmann reichte den USA, um in der 20. Minute durch Felsner in Führung zu gehen. Unerfreulich für die Deutschen, zumal ihr ansonsten tadellos agierender Torwart Müller beim 0:1 nicht gut aussah.

Im letzten Drittel verstärkten die Deutschen noch einmal die Offensive. Es nützte ihnen aber wenig, denn das Tor trafen wieder nur die anderen. Keith Aldridge vom EHC Eisbären besiegelte neun Minuten vor Schluss mit dem zweiten Tor den Sieg für die USA.

Das einzig Positive für das deutsche Team an der Niederlage: Viel Zeit zum Ärgern bleibt nicht, bereits heute geht es beim Deutschland-Cup weiter. Dann spielt die Mannschaft von Bundestrainer Zach gegen die Schweiz (die ARD überträgt ab 14.03 Uhr live).

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