Sport : Hilfloses Verbot

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Die Rechnung ist einfach. Wenn es zwischen Heim-Fans und Gäste-Anhängern immer Krawall gibt, wird es friedlich bleiben, wenn die Gäste von vornherein keine Karten kaufen dürfen. So in etwa hat das Verwaltungsgericht Hamburg argumentiert und dem FC St. Pauli verboten, Tickets für das Zweitligaspiel gegen Hansa am 22. April an Rostocker Fans zu verkaufen. Allerdings kann auch das Verbot nicht sicherstellen, dass nichts passiert.

Ohne Frage stellt das Duell St. Pauli gegen Hansa ein Risiko dar, in der Vergangenheit hat es immer wieder zu Gewalt geführt. Aber das Ticket-Verbot wird nicht verhindern können, dass Rostocker Fans auch ohne Karten nach Hamburg reisen. Und wer wirklich ins Stadion will, wird Wege finden, an Tickets zu kommen. Vor zehn Tagen haben das Frankfurter Fans bewiesen, die trotz einer DFB-Strafe im Stadion des 1. FC Union auftauchten. Der Verband verkündete anschließend resigniert, künftig auf den Ausschluss von Auswärts-Fans zu verzichten. Das Beispiel zeigt: Verbote im Fußball sind oft Ausdruck von Hilflosigkeit. Und von mangelnder Kooperation zwischen Klubs, Verbänden und Sicherheitskräften. Aber nur wenn alle Beteiligten zusammenarbeiten, lassen sich Krawalle verhindern.

Vor zehn Tagen verbrüderten sich die „illegalen“ Eintracht-Fans übrigens mit den Unionern. Das dürfte zwischen Hansa und St. Pauli nicht passieren.

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