Sport : Hinten stark, vorne stark

Alba setzt in den Play-offs auf Boumtje Boumtje

Helen Ruwald

Berlin - Es könnte ein ziemlich genialer Geburtstag werden. „Play-offs machen riesig Spaß. Das ist ein großer Nervenkitzel“, sagt Ruben Boumtje Boumtje. Und die Artland Dragons Quakenbrück, auf die sein Team Alba Berlin heute im ersten Play-off-Viertelfinale trifft (17 Uhr, Max-Schmeling-Halle), liegen ihm: Bei der letzten Begegnung mit Quakenbrück machte er 20 Punkte, so viel wie nie zuvor und nur einmal danach für den Berliner Basketball-Bundesligisten. Gut möglich also, dass Ruben Boumtje Boumtje an seinen 29. Geburtstag einmal sehr gute Erinnerungen haben wird.

Topscorer war der Kameruner gegen Quakenbrück Anfang April, obwohl er nur knapp 20 Minuten spielte. Und obwohl „punkten nicht vorrangig seine Qualität ist“, sagt Alba Berlins Geschäftsführer Marco Baldi. Doch zunehmend setzt Albas Nummer 44 auch in der Offensive Akzente – auch gegen Trier vor zwei Wochen steuerte er 20 Punkte bei. Zu Saisonbeginn fiel er vor allem mit seinem klangvollen Namen, seiner tiefen Stimme und seiner Größe von 2,12 Meter auf. Er brauchte eine Weile, bis er seine Qualitäten in der Verteidigung ausspielen konnte. Mittlerweile gelingt es ihm gut: In vier der letzten neun Bundesligaspiele holte er mindestens zehn Rebounds.

„Vielleicht wollte ich anfangs zu viel. jetzt bin ich ruhiger auf dem Feld“, sagt der Centerspieler. Eigentlich war der Plan gewesen, dass Jovo Stanojevic, der beste Spieler der Bundesligasaison 2005/06, nach seinem Kreuzbandriss in den Play-offs zu alter Stärke finden würde. Doch der Serbe hatte nicht so viel Geduld und verließ den Klub frustriert kurz vor Ostern. Vermisst wird er nicht, Ruben Boumtje Boumtje macht zwar weniger Punkte als Stanojevic (im Schnitt sind es 6,7), ist aber in der Defensive nicht mehr wegzudenken. „Egal, ob er fünf Minuten oder 30 spielt, egal welche Aufgabe er hat, er bringt sich immer voll ein“, sagt Baldi. Seit Saisonbeginn habe der Center sich weiterentwickelt. Dass das eine Weile gedauert hat, erstaunt Baldi nicht. Schließlich habe Boumtje Boumtje in den drei Jahren bei den Portland Trail Blazers in der NBA „viel Zeit auf der Bank verbracht und auch letztes Jahr bei Panellinios Athen ist nicht so sehr über ihn gespielt worden“.

In Berlin hingegen spielt er eine wichtige Rolle, auch neben dem Feld. „Er hält vieles zusammen“, sagt Baldi über den Mann, der an der Georgetown University Mathematik und Biologie studiert hat. „Er ist intelligent, man merkt, dass er gerne kommuniziert. Und er sorgt für gute Stimmung.“ Mit vielen Punkten und Rebounds kann es eine rauschende Geburtstagsfeier werden.

0 Kommentare

Neuester Kommentar