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Historische Pleite bei Eishockey-WM : Trotz Owetschkin unterliegt Russland den USA 3:8

16.05.2013 16:00 Uhrvon
Hilfloser Star: Alexander Owetschkin (l.) konnten den Russen nicht helfen.Bild vergrößern
Hilfloser Star: Alexander Owetschkin (l.) konnten den Russen nicht helfen. - Foto: Reuters

UpdateRekordsieger Russland ist bei der Eishockey-WM in Helsinki nach einem historischen Debakel schon im Viertelfinale gescheitert. Der Titelverteidiger unterlag 3:8 gegen die USA.

Alexander Owetschkin hatte seinen großen Auftritt in Helsinki – am Mittwoch. Erst absolvierte der 27 Jahre alte russische Eishockeystar ein Einzeltraining, dann bat er zur Pressekonferenz. Über 50 Journalisten kamen. Owetschkin, der wegen seiner Rückennummer acht „The Great Eight“ genannt wird, gab sich bescheiden und sagte, er sei nach dem Ausscheiden seiner Washington Capitals in der nordamerikanischen Liga NHL „nicht gekommen, um der Anführer zu sein“. Er wolle sich nur als „Teil des Teams einbringen“. Aber natürlich sei das Ziel, „zum zweiten Mal in Folge den WM-Titel zu holen“. Doch was sich einen Tag später in der Hartwall Arena abspielte, wurde zu einer der schlimmsten Niederlagen in der Geschichte des russischen Sports überhaupt.

Superstar Owetschkin scheiterte mit seinem Team grandios. Im Viertelfinale gegen die USA blamierte sich der Titelverteidiger und verlor 3:8 (1:2, 0:2, 2:4). Für Owetschkin war damit nach nicht einmal 24 Stunden das WM-Turnier schon wieder vorbei.

Dabei zeigte Owetschkin trotz aller Reisestrapazen gegen die USA seine Klasse. Ganze 65 Sekunden brauchte er, um die russischen Fans mit einer Großchance und einem sehenswerten Alleingang in Entzückung zu versetzen. Die Begeisterung sollte aber nicht lange anhalten. Die folgenden 59 Minuten wurden zur Demontage der Spieler in den roten Trikots. Die USA waren nicht einfach nur das bessere Team. Sie nahmen, je länger das Spiel dauerte, die Mannschaft von Cheftrainer Sinetula Biljaletdinow Stück für Stück auseinander. Immer, wenn sich die Russen aufbäumten, zogen sie das Tempo an und trafen. Und als Owetschkin Anfang des Schlussdrittels zum zwischenzeitlichen 2:4 traf und das 3:5 vorbereitete, begann die große Show der US-Amerikaner erst richtig.

Drei Tore in drei Minuten setzte es und das mündete in für die höchste Niederlage einer russischen oder sowjetischen Mannschaft bei einer WM seit 1955. Überhaupt war es erst das zweite Mal, dass sie in einem Spiel bei einem großen Turnier acht Gegentore kassierte.

Und Owetschkin? Der Mann, der in Washington in den nächsten Jahren insgesamt 124 Millionen Dollar verdienen wird, musste einsehen, dass an diesem Tag gegen die USA auch für den teuersten Spieler der Welt nichts zu holen war. Es war Ironie des Schicksals, dass er trotzdem noch zum besten russischen Spieler des Tages ausgezeichnet wurde. Und das in einer der dunkelsten Stunden des russischen Eishockeys.

„Ich bereue es nicht, hergekommen zu sein“, sagte Owetschkin. „Ich habe versucht, der Mannschaft zu helfen. Aber wir haben einen Fehler nach dem anderen gemacht.“ Fehler, die seinem Trainer Biljaletdinow nun den Job kosten könnten, obwohl er Russland 2014 eigentlich zu Olympia-Gold im eigenen Land führen sollte. Vergangenes Jahr hatte ihm noch Russlands Präsident Wladimir Putin für die außergewöhnliche Leistung gratuliert, aus einer Ansammlung überragender Einzelspieler ein Team geformt zu haben. Nur ein Jahr später musste Biljaletdinow eingestehen: „Zu viele Individualisten im Team sind eben auch nicht gut.“ 24-Stunden-Mann Owetschkin wird es registriert haben.

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