Sport : Hitze und Kälte bei der Formel 1 in Malaysia

Karin Sturm[Sepang]

Temperaturen bis zu 35 Grad, dazu 75 bis 80 Prozent Luftfeuchtigkeit: Sepang, Malaysia, ist der Sauna-Grand-Prix des Jahres, das Hitzerennen schlechthin. Die Formel-1-Piloten müssen sich einiges einfallen lassen, um mit diesen Bedingungen fertig zu werden. Auch außerhalb ihrer Cockpits treiben sie im Freien Sport, joggen oder spielen Tennis, um ihre Körper an „die Sonne und die feuchte Luft zu gewöhnen“, wie Weltmeister Sebastian Vettel sagt. „Dann hat man normalerweise kein Problem mehr.“ Die heutigen Fahrer arbeiten ohnehin permanent an ihrer Fitness, was die Umstellung auf die extremen klimatischen Bedingungen erleichtert. Weitere Erleichterung verschaffen Kühlwesten oder mit Eis gefüllte Handtücher, die den Piloten bis kurz vor dem heutigen Start (10 Uhr, live bei RTL und Sky) in den Nacken gelegt werden. Im Qualifying am Sonnabend kam Lewis Hamilton, der die Poleposition eroberte, am besten mit der Hitze klar, sein McLaren-Kollege Jenson Button wurde Zeiter. Michael Schumacher sicherte sich mit Platz drei die besteStartplatzierung seit seiner Rückkehr in die Formel 1, Vettel kam wie vor einer Woche in Australien nicht über den sechsten Platz hinaus. Weil Kimi Räikkönen wegen eines Getriebewechsels von Platz fünf fünf Ränge zurückgestuft wird, rutschte Vettel noch einen Platz nach vorn.

So widersinnig es zunächst scheint – Sepang kann auch der Kälte-Grand-Prix sein. Dann nämlich, wenn man von draußen nach drinnen geht, ob in ein Hotel, ins Pressezentrum oder die Unterkünfte der Teams an der Strecke. Die Klimaanlagen lassen zumeist nur zwei Einstellungen zu: An (eiskalt) oder Aus (Bullenhitze). Den aufgeheizten Fahrern mag es verlockend erscheinen, sich schnell herunterkühlen zu lassen – allerdings droht dann eine Erkältung. Für Sebastian Vettel gehört es zum „gesunden Menschenverstand“, sich „nicht verschwitzt direkt vor so ein kaltes Gebläse“ zu stellen.

Wie vor einem Föhn kommen sich die Fahrer hingegen vor, wenn sie an die Box kommen. „Während der Fahrt geht es ja noch, aber wenn man dann stehenbleibt, der Fahrtwind wegfällt und die ganze Hitze aus dem Auto auf einen einströmt, dann fühlt man sich wirklich wie in einem Hochofen“, sagt Nico Hülkenberg. Da wartet dann der eine oder andere schon mal fast sehnsüchtig auf das dritte Extrem, dass in Sepang des öfteren zu erleben ist: die Dusche von oben. Die fällt dann in Form eines tropischen Platzregens allerdings oft so heftig aus, dass an Fahren nicht mehr zu denken ist.

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