Sport : Hitziger Triumph

Alba baut seine Siegesserie aus und gewinnt das Verfolgerduell gegen Würzburg 81:73.

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Berlin - Wer an der Kompromisslosigkeit der Würzburger Basketballer noch gezweifelt hatte, wurde kurz vor der Halbzeitpause eines Besseren belehrt. Der Berliner Flügelspieler Bryce Taylor flog elegant dem Korb entgegen, als ihn der Würzburger Jason Boone rustikal zur Landung zwang. Der muskulöse Center der Gäste packte Taylor einfach mit beiden Händen und schickte ihn krachend zu Boden, was nicht nur bei den 9 477 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof für einen Sturm der Entrüstung sorgte. Auch Albas Geschäftsführer Marco Baldi sprang brüllend von seinem Stammplatz am Spielfeldrand auf, Trainer Gordon Herbert forderte von den Schiedsrichtern gestenreich, Boone gefälligst zu disqualifizieren. Es war nun mal ein hitziges Stück Arbeit, das die Berliner am Mittwochabend gegen den aktuellen Tabellenfünften verrichten mussten, am Ende setzten sie sich aber mit 81:73 (40:32) durch.

Dass das Würzburger Team von Trainer John Patrick schonungslos und bisweilen über die Grenzen des Erlaubten hinaus verteidigt, ist in der Bundesliga hinlänglich bekannt. Baldi und Herbert hatten die Berliner Profis zusätzlich einmal mehr vor dem Aufsteiger gewarnt, den sie ein deutliches 65:84 im Hinspiel und damit die höchste Saisonniederlage zu verdanken hatten. Allen Ermahnungen zum Trotz ließen sich die Gastgeber zunächst überrumpeln, nach drei Minuten und einer 0:10 Serie lagen sie bereits klar zurück. Der Vorsprung der giftigen Würzburger schmolz in der Folge nur langsam, erst Mitte des zweiten Viertels konnten die Berliner wieder ausgleichen. Dann allerdings schienen sie ihren Rhythmus gefunden zu haben: Alba beendete die erste Hälfte mit neun Punkten in Serie und nahm eine 40:32-Führung mit in die Pause, selbst Taylors Boone-bedingte Bruchlandung konnte Herberts Team dabei nicht erschüttern.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel, mit dessen Leitung die Schiedsrichter bisweilen Mühe hatten, physisch und hektisch. Alba hatte zuletzt sieben Spiele gewonnen, die Würzburger fünf Partien – keine der beiden Mannschaften wollte ihre Siegesserie reißen sehen. Beim Rebound rasselten jedes Mal gleich drei, vier oder fünf Spieler gegeneinander, Marco Baldi sprang meist ebenfalls auf. Angeführt vom überragenden Yassin Idbihi und Bryce Taylor, die am Ende mit jeweils 20 Punkten beste Alba-Werfer waren, konnten die Berliner ihre Führung zwischenzeitlich auf zehn Punkte ausbauen. Vor dem Schlussviertel war Würzburg beim Stand von 57:55 für Alba aber wieder dran. Wie schon im Hinspiel ließen sich die Berliner jetzt von der Gangart des Gegners mehrfach aus dem Konzept bringen, insgesamt 15 Ballverluste brachten die Zuschauer zum Fluchen und Zittern, kurz vor Spielende legte sich DaShaun Wood wortreich mit Gegenspieler John Little an und kassierte ein Technisches Foul. Völlig die Konzentration verloren Herberts Profis aber nicht: Als Taylor in der Schlussminute bei einem erfolgreichen Korbleger gefoult wurde und den Bonus-Freiwurf zum 81:73-Endstand verwandelte, war das Nerven- und Kampfspiel entschieden.

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