Sport : Hoch im Norden

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Klaus Rocca glaubt, dass

Werder Bremen Meister werden kann

Natürlich ist Uli Hoeneß ein Taktiker. Als Bayern Münchens Manager am Wochenende dem SV Werder Bremen „sagenhaften Fußball“ attestierte und dem Konkurrenten beim Rennen um den Meistertitel als „allergrößten Favoriten“ bezeichnete, dachte er wohl schon an das Duell seiner Bayern in zwei Wochen im Weserstadion. Als Außenseiter lässt es sich leichter spielen.

Als dieser Tage die acht wichtigsten Klubs der Bundesliga in einem Münchner Hotel zu einem geheimen Treffen zusammenkamen, war auch der SV Werder vertreten, obwohl der in den vergangenen Jahren im Bewusstsein der deutschen Fußballfans eine untergeordnete Rolle spielte – spätestens am Ende einer jeden Saison. Doch wer nicht nur erfolgreichen, sondern (im Gegensatz zum bayerischen Titelverteidiger) auch noch schönen Fußball spielt, der darf sich getrost in eine Reihe mit dem großen FC Bayern stellen. Auch wenn er nur 6400 Mitglieder hat – und damit fast 90 000 weniger als der Rekordmeister aus dem Süden.

Auch Teamchef Rudi Völler, am Samstag im Weserstadion zu Gast, war angetan vom Spiel der Werderaner, sprach von einem „ungewöhnlich guten Lauf“ der Bremer. Ungewöhnlich? Keineswegs. In den letzten beiden Spielzeiten machten die Norddeutschen in der Hinrunde ebenfalls von sich reden. 2001 waren sie vor der Winterpause mit nur drei Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Leverkusen ebenso Dritter wie ein Jahr später. Als es dem Saisonende entgegenging, verloren sie plötzlich ihre Kraft, Platz sechs entsprach jeweils nicht den Erwartungen.

Ein solcher Einbruch werde den Bremern in dieser Saison nicht wieder passieren, glaubt Spieler Krisztian Lisztes. Und warum sollte er nicht Recht behalten? Die Bremer haben eine glänzend besetzte Mannschaft um einen glänzend aufgelegten Torjäger Ailton, der schon als Fehleinkauf abgestempelt worden war und den sich der FC Schalke demnächst Millionen kosten lässt. Die Bremer sind im Gegensatz zur Konkurrenz aus Stuttgart, Dortmund und München nicht durch internationale Wettbewerbe zusätzlich belastet – für die Bayern hat die Champions League sogar höchste Priorität. Während die Konkurrenz über Abstellungen zu Länderspielen stöhnt, hatten die Bremer kürzlich beim Duell mit den Franzosen lediglich zwei Spieler im Einsatz. Und schließlich können die Bremer auch aus der Erfahrung schöpfen, wie man es in der Rückrunde nicht machen sollte.

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