Sport : Hochspringer Martin Buß: Und nun zwickt sie nicht mehr

Ernst Podeswa

Die Achillessehne seines linken Sprungbeines zwickte und zwickte. Als sich Hochspringer Martin Buß im Juli zur Operation durchrang, war klar, dass damit sein Medaillentraum in Sydney geplatzt war. "Den Hochsprung nicht am Fernseher zu verfolgen", hatte sich der WM-Dritte aus Berlin, der für Leverkusen startet, vorgenommen. Er schaute dann doch zu, und als die Medaillen mit Höhen von 2,32 m und 2,35 m weg gingen, "hätte ich vor Enttäuschung sonst was machen können". Die Bestleistung des 24-Jährigen liegt im Freien bei 2,35 m. Doch vor wenigen Tagen flopte er sich mit 2,30 m in Siegen in die Weltklasse zurück. "Leichte Reizungen oder Beschwerden an der Achillessehne hat fast jeder Springer", erläutert Bundestrainer Wolfgang Killing. Die 1,90-m-Springerin Brigitte Holzapfel musste insgesamt drei Mal an beiden Beinen operiert werden und kam dennoch auf ihren vorherigen Leistungsstandard zurück. Und im Gegensatz zur Schwerinerin Heike Balck, der im Vorjahr die Sehne durchriss, "war es bei Buß nur ein Anriss, eine Abfaserung an der Achillessehne". Ein Jahr benötigte der Grieche Papakostas, um nach ähnlichem operativen Eingriff mit 2,34 m in gewohnte Regionen zurückzukehren. Bei Buß gelang das nach Wochen mit Aquatraining und Kraftarbeit so rasch, dass selbst Trainer Rainer Pottel verblüfft war. Nun ist Buß Siebenter der Weltrangliste und hofft, bei der Hallen-WM im März in Lissabon dabeizusein. Und er gesteht, "nach der Operation doch ein bisschen Angst" gehabt zu haben, weil "ich vom Springen lebe und damit mein Geld verdiene".

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