Sport : Hochstätter geht, Pander kommt Gladbachs Sportdirektor erklärt seinen Rücktritt

Richard Leipold[Mönchengladbach]

Peter Pander startete mit einem Versprecher und löste damit in der neuen Umgebung gleich eine gewisse Heiterkeit aus. Der Klub müsse alle Kräfte bündeln, „damit wir auch in der nächsten Saison Bundesligafußball sehen hier in Wolfsburg“, sagte Pander bei seinem Dienstantritt als Manager von Borussia Mönchengladbach. Er löst Christian Hochstätter ab, der als Sportdirektor zurückgetreten ist. Nach einem zweistündigen Bewerbungsgespräch am Mittwochabend entschied sich Borussias Präsidium für den neuen Mann. Pander war 14 Jahre lang beim VfL Wolfsburg beschäftigt. Im August 2004 trat er zurück, weil der Klub gegen die Amateure des 1. FC Köln einen gesperrten Spieler eingesetzt hatte und deshalb aus dem DFB-Pokal ausgeschieden war. Panders Vertrag in Mönchengladbach ist bis Ende Juni 2008 datiert. „Ich habe hier eine Chance bekommen, und ich werde sie nutzen“, sagte er. Die Planung für die neue Saison steht zunächst jedoch hintan. „Jetzt ist erst einmal Aktualität angesagt. Nach dem letzten Spieltag können wir über alles andere reden.“

Panders Amtsbeginn fällt in eine heikle Phase. Am Montag war Trainer Dick Advocaat zurückgetreten, weil er den Umschwung im Abstiegskampf nicht hatte herbeiführen können. Die Mannschaft, die bis Saisonende von Horst Köppel trainiert wird, ist nur noch einen Punkt von einem Abstiegsplatz entfernt. Auch Hochstätter ist in den Sog der Krise geraten. Er war 23 Jahre lang bei der Borussia angestellt, erst als Profi und seit 1999 als Sportdirektor. In den vergangenen beiden Jahren ist es ihm jedoch weder gelungen, einen passenden Trainer zu finden noch eine Mannschaft zusammenzustellen, die den Ansprüchen des Klubs genügt.

Nach dem Scheitern Advocaats hatte Hochstätter angekündigt, er werde „nicht abhauen, wenn es eng wird“. Diese Bekundung aber hielt der Wirklichkeit nicht lange stand. Die heftige Kritik an seiner Arbeit habe Hochstätter „sehr getroffen“, sagte Präsident Rolf Königs. „Christian Hochstätter hat uns empfohlen, dass wir sofort mit der Suche nach einem Nachfolger beginnen sollen.“ Daraufhin habe der Klub am Mittwoch Kontakt zu Pander aufgenommen. Bei der Verkündung des Personalwechsels hob Königs das Einvernehmen mit dem bisherigen Sportdirektor hervor; dieses Einvernehmen dürfte auch mit Geld zusammenhängen. Hochstätter bekommt eine Abfindung – obwohl er die Borussia nach offizieller Darstellung auf eigenen Wunsch verlässt.

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