Sport : Hockey: Den Trainer getäuscht

Martin Scholz

Auch den eigenen Trainer hatten die Hockeyfrauen vom Berliner HC getäuscht. "Ich hatte nie so richtig den Eindruck, dass wir gewinnen können", sagte Trainer Friedel Stupp. Es hatte wahrlich nicht gut ausgesehen für sein Team fünf Minuten vor Spielende, als es im Halbfinale um den DHB-Pokal gegen Klipper Hamburg mit 0:2 zurücklag. Doch dann taten die Berlinerinnen das, was der Trainer nicht mehr erwartete: sie gewannen.

Mit einem 6:5 nach Siebenmeterschießen zogen die Hockeyspielerinnen vom Berliner HC ins Endspiel um den DHB-Pokal ein. In diesem werden sie in zwei Wochen auf Alster Hamburg treffen. In der Meisterschaft sieht es ebenfalls nicht schlecht aus, da ist das Halbfinale erreicht. Im Pokal allerdings konnte man den Erfolg gegen den Erstplatzierten der Bundesligagruppe Nord lange Zeit nicht ahnen. In der Mitte der zweiten Halbzeit ging Hamburg in Führung. Das 0:2 fünf Minuten vor dem Ende schien die Entscheidung zu sein. Doch der BHC verkürzte durch Melanie Hänsler zum 1:2. Als die Spielzeit schon abgelaufen war und nur noch die letzte Ecke ausgeführt wurde, verwandelte Natascha Keller diese zum umjubelten Ausgleich. Im Siebenmeterschießen avancierte Torhüterin Louisa Walter zur Matchwinnerin, als sie fünf von acht Schüssen parierte.

Es war ein sehr glücklicher Erfolg. "Es hängt von der Tagesform ab, ob wir schon wieder mit der deutschen Spitze mithalten können", glaubt Katrin Kauschke, die Führungsspielerin des jungen Teams. Das Potenzial ist groß, an guten Tagen sei die Mannschaft ähnlich stark wie das Team der letzten Jahre. "Aber darauf kann man sich nie verlassen, weil wir noch nicht so stabil und konstant sind", sagt Kauschke. Der Trainer möchte sein Team noch nicht mit der vorherigen Mannschaft vergleichen - "das wäre vermessen". Doch die Integration der Nachwuchsspielerinnen gelang erstaunlich schnell, besser als Stupp sich vor der Saison erhofft hatte. Lea Loitsch, Eileen Hoffmann und Svenja Schuermann haben sich Stammplätze erkämpft.

"Die Qualität ist schon wieder sehr gut", sagt Stupp. "Doch es bleibt abzuwarten, wie stabil die jungen Mädchen in den entscheidenden Spielen sein werden." Die Nervenbelastung ist in den "Alles-Oder-Nichts-Spielen" wie im K.o.-System um einiges höher. Wie gegen Klipper, wo einige gehemmt spielten, wie Stupp sagt. Bei den ersten fünf Siebenmetern verschossen allerdings die routinierten Katrin Kauschke, Natascha Keller und Badri Latif. Erfolgreich waren dagegen die 17-jährige Lea Loitsch und Janina Totzke. Die 18-Jährige verwandelte dann gleich noch ein zweites Mal nervenstark zum 6:5 Endstand.

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