Sport : Hockey: Deutschland steigt ab

Die Männer verlieren 4:5 gegen Belgien.

Melbourne - Torwart Felix Reuß saß deprimiert in seinem Kasten, die Feldspieler sanken in die Knie. Ungläubig mussten die deutschen Hockey-Männer zusehen, wie Belgien den Klassenverbleib bei der Champions Trophy in Melbourne feierte. Das stark verjüngte Team des Olympiasiegers hatte es nicht geschafft – durch die 4:5 (4:4, 0:2)-Niederlage nach Verlängerung war der sportliche Abstieg perfekt. Nun muss die Auswahl des Deutschen Hockey- Bundes (DHB) auf eine Wildcard des Weltverbandes FIH hoffen, um 2014 in Indien starten zu dürfen. Den Titel sicherte sich Weltmeister und Rekordsieger Australien durch ein 2:1 (1:1, 1:1) nach Verlängerung im Finale gegen die Niederlande.

„Wir sind unnötig abgestiegen“, sagte Bundestrainer Markus Weise enttäuscht. Trotz 0:3-Rückstand hatte sein Team Moral bewiesen und sich durch das erste Länderspieltor von Patrick Schmidt sowie weitere Treffer von Benedikt Fürk und Mats Grambusch zurückgekämpft. Moritz Polk erzielte anschließend mit seinem ersten Tor in der Nationalmannschaft sogar die 4:3-Führung. „Wir haben gehofft, das Ding mit 4:3 über die Bühne zu fahren“, sagte Polk. Das klappte jedoch nicht. Stattdessen zahlte das junge Team – zum Turnierstart hatten zehn Spieler weniger als zehn Länderspiele auf dem Konto – wieder einmal Lehrgeld. Durch zwei Zeitstrafen schwächte sich der Weltranglistenerste selbst. Belgien glich erst zum 4:4 aus und erzielte dann in der Verlängerung das Golden Goal.

„Wir wollten unbedingt Fünfter werden“, sagte Moritz Fürste geknickt. Am Vortag war der 28-Jährige nach seiner Auszeichnung zum Welthockeyspieler und dem 6:4 (0:2)-Sieg im Abstiegsrunden-Halbfinale gegen Neuseeland noch euphorisch gewesen. Doch das komplette Turnier über wechselten sich Sieg und Niederlage beim DHB-Team ab. „Wir haben gar kein Spiel aus einem Guss hingelegt. Diese Schwankungen entsprechen der Zusammensetzung der Mannschaft“, sagte Weise. Jedoch lieferten die Partien in Melbourne dem Bundestrainer wertvolle Eindrücke, „wer für die Zukunft brauchbar ist und angreifen kann“. dpa

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