Sport : Hockey: Ein Feuerwerk in Rot und Weiß

Martin Scholz

Fast schien es, als ob der ausrichtende Berliner SC etwas geahnt hatte. Denn das abschließende bengalische Feuerwerk, das auf der Spielfläche der Max-Schmeling-Halle abgebrannt wurde, war in den Farben Rot und Weiß gehalten, den Vereinsfarben des Turniersiegers. Außenseiter Rot-Weiß München sicherte sich den Titel bei den 40. Deutschen Hallenmeisterschaften. Im Finale bezwangen die Münchner den Titelverteidiger Dürkheimer HC nach Verlängerung mit 7:4. Spiel um Platz drei entschied der Uhlenhorster HC das Hamburger Stadtduell gegen den Harvestehuder THC mit 13:8 für sich.

Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte standen die Münchner in einem Hallenendspiel. Gegener Dürkheim hatte sich dagegen in den letzten vier Jahren in die Siegerliste eintragen können. Und zunächst schien es auch, als sollte die Dürkheimer Serie halten. 3:0 führte der klar überlegene DHC zur Pause. "Wir haben zu nervös begonnen und taktische Fehler gemacht" sagte der Münchner Trainer Hans Baumgartner. "Zum Glück konnten wir den Schaden bis zur Pause in Grenzen halten." Wie schon tags zuvor im Halbfinale gegen den UHC machte München nach der Pause einen Drei-Tore-Rückstand wett. Die erneute 4:3-Führung von Dürkheim egalisierte der dreifache Torschütze Renaldo Scola in der vorletzten Minute. Kurz nach Beginn der Verlängerung traf der agile Christian Rabe zur ersten Münchener Führung und brachte sein Team auf die Siegerstraße. Scola und Elvis Kirin erhöhten in den Schlussminuten.

Rot-Weiß München erwies sich im Turnierverlauf als die Mannschaft, die am ausgeglichensten besetzt war. Trainer Baumgartner wechselte regelmäßig aus, so dass sein Team mit zunehmender Spieldauer Vorteile gegen die kräftemäßig abbauende Konkurrenz bekam. "Und wir haben auch bei Rückstand immer unsere Linie beibehalten", sagte Baumgartner. Christian Mayerhöfer vom Dürkheimer HC meinte: "Wir waren nicht so aggressiv und heiß, wie wir hätten sein müssen. Vom Kopf her haben wir nach der Führung nachgelassen". Ausdruck der Münchener Überlegenheit waren auch die anschließenden Ehrungen: Phillip Crone wurde zum besten Spieler, Nils Kowalczek zum besten Torwart gewählt.

Münchens Sieg war auch so etwas wie ein später Trost für den Berliner HC: Es war immerhin der spätere Deutsche Meister, dem sich die Zehlendorfer im Viertelfinale hatten beugen müssen.

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