Hockey-EM : Deutsche Männer erleben im Finale ein 1:6-Debakel

Im Finale der EM in London zeigen die deutschen Männer ihre schwächste Turnierleistung und gehen gegen die Niederlande unter.

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Martin Haner (l.) gibt alles, aber an diesem Tag sind die Holländer um Jeroen Hertzberger einfach stärker.
Martin Haner (l.) gibt alles, aber an diesem Tag sind die Holländer um Jeroen Hertzberger einfach stärker.Foto: dpa

Christopher Rühr gelang eine bemerkenswerte Aktion. Der junge Mann, einer der talentiertesten deutschen Hockey-Spieler, zeigte seine überragende Technik. Dreimal hielt er den Ball mit seinem Schläger in der Luft, ehe er mit der Rückhand ins Tor traf. Die Freude bei Rühr und seinem Team hielt sich trotzdem in Grenzen. Mit seinem Tor zehn Minuten vor dem Ende des EM-Finales in London verkürzte er nur noch auf 1:6. Die deutschen Männer, immerhin Titelverteidiger, erlebten am Samstag ein Debakel. Während bei den Holländern alles funktionierte, gelang der Mannschaft von Markus Weise – abgesehen von Rührs Ehrentreffer – so gut wie nichts. Schon zur Pause lag sie 0:5 zurück, am Ende hieß es 1:6.

Es war die höchste Niederlage in einem EM-Finale seit 1970 – und der schwächste Auftritt der Deutschen bei der EM in London. „Man hat den Niederländern einfach deutlich mehr angemerkt, dass sie dieses Spiel und die EM unbedingt gewinnen wollten“, sagte Bundestrainer Weise. „Das habe ich bei meinen Jungs nicht im gleichen Maße gesehen.“

Die Deutschen ließen den großen Rivalen von Beginn an viel zu sehr gewähren. Bei Thierry Brinkmans Pfostenschuss nach zwei Minuten hatten die Deutschen noch Glück, doch nach einer Viertelstunde und zwei Strafecken lagen sie 0:2 hinten. In der Folge war das Bemühen der Deutschen um die sportliche Wende zu spüren. Es waren aber die Holländer, die jede Chance eiskalt nutzten.

„Wir müssen mit dem Verteidigen anfangen“, befand der ebenso fassungs- wie hilflose Bundestrainer an der Seite. Nach der Pause ging es eigentlich nur noch darum, den Schaden einigermaßen zu begrenzen. Wenigstens das gelang. Und das 1:6 von Rühr war immerhin das erste Gegentor für den neuen Europameister während des gesamten Turniers. (mit dpa)

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