Hockey : Schmerzvolles Aus für BHC

Der BHC war als Favorit in die Endrunde um die deutsche Meisterschaft gegangen, bei der die besten vier Mannschaften aus der Hauptrunde im Halbfinale aufeinander treffen. Doch die Hockeydamen scheiterten im Halbfinale

Lorenz Vossen

Berlin – Es war ein Abschied mit Magenschmerzen. Bei seiner letzten Partie wurde Safi Khalil, Trainer der Damenmannschaft des Berliner Hockeyclubs, von einem Magen-Darm-Infekt geplagt. Schlimmer noch, seine Mannschaft konnte die Schmerzen auch nicht lindern: Mit 2:5 verlor der BHC vor 900 Zuschauern gestern in Düsseldorf das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft im Feldhockey gegen den Uhlenhorster HC. Es war das letzte Spiel für Safi Khalil, der das Team vier Jahre lang betreute.

Der BHC war als Favorit in die Endrunde um die deutsche Meisterschaft gegangen, bei der die besten vier Mannschaften aus der Hauptrunde im Halbfinale aufeinander treffen. Der Erste spielt gegen den Vierten, der Zweite gegen den Dritten. Der siebenmalige deutsche Meister aus Berlin hatte die Abschlusstabelle der regulären Saison auf Platz eins beendet – mit zehn Punkten Vorsprung auf die viertplatzierten Hamburgerinnen aus Uhlenhorst. Doch am Samstagnachmittag konnten die Berlinerinnen ihrer Favoritenrolle nie gerecht werden. „Wir sind zu spät besser ins Spiel gekommen“, sagte Khalil. Zudem hätten die Spielerinnen aus Uhlenhorst „einfach alles getroffen“.

Die Berliner Betreuerin Monika Strüven sprach von einem rabenschwarzen Tag ihres Teams. Dieser hatte mit zwei schnellen Toren des Uhlenhorster HC begonnen. Bereits nach einer Minute schlug der Ball zum ersten Mal im Tor der Berlinerinnen ein, nach zehn Minuten führte die Mannschaft aus Hamburg mit 2:0. Danach verpassten die Berlinerinnen, die in Julia Karwatzky, Lea Loitsch, Natascha Keller und Katharina Otte vier aktuelle Nationalspielerinnen im Kader aufbieten konnten, durch einen vergebenen Siebenmeter die Chance auf den Anschluss. Den 0:4-Rückstand in der zweiten Halbzeit konnte der BHC trotz Steigerung und zwei Treffern nicht mehr aufgeholen.

Somit wird die Berliner Mannschaft, die zuletzt in vier Jahren dreimal Meister geworden war, das heutige Finale zwischen Uhlenhorst und dem Club an der Alster nur noch von außen verfolgen. Der Club an der Alster, der noch nie Deutscher Meister war, setzte sich im zweiten Halbfinale gegen den sechsfachen Titelträger Rüsselsheimer RK in der Verlängerung mit 2:1 (1:1, 1:1) durch. Der Berliner Trainer Safi Khalil hingegen wird sich ab nächster Woche wieder vornehmlich um die Schmerzen anderer kümmern – er ist hauptberuflich Arzt.

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