Sport : Hockey: Sieg dank Videobeweis

Das deutsche Hockeyteam siegt bei der Champions Trophy mit Hilfe der neuen Videoentscheidung

Ingo Schmidt-Tychsen
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Fuß? Strafecke? Wichtige Entscheidungen können jetzt vom Kapitän angezweifelt und per Video überprüft werden. Foto: dpaAAP

Berlin - Der Konter ist gestartet. Das für seine Schnelligkeit berüchtigte spanische Team greift an. Es steht 4:4, die letzten Sekunden laufen. Ob Deutschland das Spiel in der Champions Trophy noch verliert? Nein. Kapitän Maximilian Müller stoppt den Angriff. Aber nicht etwa mit dem Hockeyschläger, sondern mit einem „Call!“ Richtung Schiedsrichter, was so viel bedeutet wie: „Ich fordere einen Videobeweis.“ Weil es kurz zuvor eine strittige Szene gegeben hatte, in der den Deutschen ein Tor aberkannt wurde, unterbricht der Schiedsrichter die Begegnung. Die Fernsehbilder werden ausgewertet – und das Tor von Matthias Witthaus zählt. 5:4 für Deutschland – es bleibt dabei bis zum Schluss.

„Das wird sicher noch zu den ohnehin vorhandenen Diskussionen um den Videobeweis beitragen“, sagte Bundestrainer Markus Weise nach dem Spiel am Dienstag in Melbourne. Weises Team steht nach dem Sieg auf dem zweiten Platz der Tabelle und hat gute Chancen, sich fürs Finale am Sonntag zu qualifizieren. Bei der Champions Trophy kann erstmals der Mannschaftskapitän einen Videobeweis fordern, zuvor war das den Schiedsrichtern vorbehalten. Nach strittigen Entscheidungen, die Tore, Siebenmeter oder Strafecken betreffen, kann der Kapitän den Referee aufmerksam machen. Dieser muss das Spiel unterbrechen. Sollte er allerdings merken, dass der Kapitän die Begegnung allein aus taktischen Gründen gestoppt hat, gibt es eine persönliche Strafe gegen ihn. Sollte die Resonanz auf den neuen Videobeweis weiter positiv sein, will der Hockey-Weltverband ihn schon bei den Weltmeisterschaften der Frauen und Männer im kommenden Jahr einsetzen.Ingo Schmidt-Tychsen

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