Sport : Hockey: Strapazierte Weltmeister

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Wien - Ausgerechnet Deutschland denkt über die Hallenzukunft des Hockeysports nach. Ein Ausstieg aus den beliebten Indoor-Wettbewerben ist für den Deutschen Hockey-Bund (DHB) nicht vorgesehen, doch der vom Hockeyweltverband FIH vollgepackte Terminkalender wird ausgerechnet vom neuen Weltmeister kritisiert. Die Deutschen hatten am Wochenende 4:1 im WM-Finale gegen Polen gesiegt und damit ihren zweiten Hallentitel geholt. Praktisch unvorbereitet kamen beide Auswahlteams direkt von den deutschen Meisterschaften aus Hamburg nach Wien. „Wenn wir 70 Wochen im Jahr zur Verfügung hätten, wäre das Problem gelöst“, sagte DHB-Präsident Stephan Abel in Wien. Die Belastung sei enorm hoch.

Klar sei ihm, dass die FIH und der europäische Verband EHF gegenüber ihren Sponsoren Verpflichtungen haben und die nur über große Turniere, die die gewünschte TV-Präsenz haben, einhalten können. Alles müsse aber besser abgestimmt werden. „Wir brauchen eine Strategie, wie sich alle Termine miteinander vereinbaren lassen“, sagte Abel.

Ein weiteres Problem ist die Finanzierung. Denn anders als das Feldhockey, für das als olympische Sportart Fördermittel zur Verfügung stehen, gibt es für das nichtolympische Hallenhockey keine Gelder. Beim Bundestrainer findet der DHB Zustimmung. „Von den Nationalspielern sind einige mit 27, 28 Jahren fertig, obwohl sie eigentlich im besten Alter sind“, sagte Markus Weise, für den eine Alternative ist, den deutschen Hallenmeister zu großen Turnieren zu schicken, um den Auswahlakteuren Pausen zu verschaffen. „Oder man bildet eine zweites Nationalteam aus Hallenspezialisten.“ dpa

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