Sport : Hockey: Umsteigen beim BHC

Martin Scholz

Der Nachwuchs des Berliner HC hat sich auf den Weg gemacht. Zunächst einmal mit der Regionalbahn: im Februar fuhren fünf Jugend-Nationalspielerinnen ihren Vorbildern in einer fast sechs stündigen Odyssee zum Endspiel um die Deutsche Hallenhockey Meisterschaft nach Hamburg hinterher. Viermal waren sie umgestiegen. Und am Ende sahen sie, wie ihr Team das Finale verlor.

Doch nur vier Wochen später haben die Nachwuchsspielerinnen ein anderes Ziel ohne Umwege erreicht: sie sind im Bundesligateam angekommen. Seit kurzem trainieren sie mit ihren Vorbildern für die am nächsten Wochenende beginnende Feldsaison. Neben fünf 16-Jährigen stehen vier weitere Auswahlspielerinnen im BHC-Kader, die nur ein Jahr älter sind. "Wir mussten uns in eine Jugendmannschaft integrieren, nicht umgekehrt", sagt Nationalspielerin Natascha Keller lachend. Für die 23-Jährige ist das kein Problem, sie kennt diese Situation aus eigener Erfahrung beim BHC. Als Keller und Co. Mitte der 90er Jahre in eine erfolgreiche Mannschaft integriert wurden, lief das jedoch aufgrund einer Trainerproblematik alles andere als reibungslos.

Jetzt befindet sich der BHC, der als Titelverteidiger in die Feldsaison geht, also wieder in einem Umbruch. Die Mannschaft von Friedel Stupp hat viele Stammspielerinnen verloren. Wibke Weisel und Britta Schütz gingen schon im Herbst. Inga Möller wechselte zu den Zehlendorfer Wespen, Irina Volkert erwartet ihr zweites Kind. Immerhin steht Katrin Kauschke zur Verfügung, weil die 29-Jährige früher als geplant aus Spanien zurückkehrte. Sie ist trotz der Einsätze für Barcelona in der Bundesliga spielberechtigt.

"Das Problem ist die Besetzung bestimmter Positionen", sagt Friedel Stupp. Die linke Abwehrseite und die Innenverteidigung sind vakant. So könnte die vom BSC gekommene, 17-jährige Jugendnationalspielerin Svenja Schuermann zum Zuge kommen. Für die zentrale Abwehrposition kommt Janina Totzke in Frage. Der Angriff, in dem Möller und Volkert fehlen, macht Stupp weniger Sorgen. Die aus Mannheim gekommene Nina Schanninger kann zur Verstärkung werden. Gleiches gilt für die flinke Eileen Hoffmann, die aus der eigenen Jugend kommt. Der Nachwuchs gibt dem Team Impulse. "Es ist ein neuer Schwung da", sagt Natascha Keller. Allerdings warnt Friedel Stupp: "Training und Spiel sind zwei Paar Schuhe." Erst in den Spielen wird sich zeigen, ob der Nachwuchs den Sprung sofort schafft. So will Friedel Stupp den Erwartungsdruck niedrig halten. Sollte der BHC doch die Endrunde erreichen, brauchen die jungen Spielerinnen nicht mehr mit der Regionalbahn fahren.

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