Höhepunkte der Nacht : Deutsche Bobpiloten eine Klasse für sich

Gold und Silber für die deutschen Zweierbobs im Eiskanal von Whistler. André Lange und Kevin Kuske siegten vor Thomas Florschütz und Richard Adjei. Ohne Medaille blieben hingegen die Eisschnellläuferinnen in ihrem 1.500-Meter-Rennen.

Vancouver 2010 - Bob
Jubel mit Fahne. Andrè Lange (r.) und Kevin Kuske sind Olympiasieger. Für Lange war es ingesamt bereits die vierte Goldmedaille in...Foto: dpa

Mit seinem vierten Olympiasieg ist André Lange zum erfolgreichsten Bobpiloten der Welt aufgestiegen und peilt nach seinem Gold im Zweierbob erneut das olympische Double an. Zusammen mit Anschieber Kevin Kuske ließ sich der 36 Jahre alte Oberhofer auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Whistler nicht mehr aus der Erfolgsspur bringen. Hinter Lange jubelten der Riesaer Thomas Florschütz und sein Anschieber Richard Adjei (Königssee) über Silber. Dritter wurde der Russe Alexander Subkow. Der Königsseer Karl Angerer verpasste dagegen als Neunter die Medaillenränge klar.

Dabei hatte es vor dem Rennen noch etwas Aufregung um den Bob von Lange und Kuske gegeben, weil die Materialkommission des Weltverbandes FIBT die neu zugelassenen Kufen bei der Abnahme zunächst falsch vermessen hatte. "Wir mussten noch eine Kufe abnehmen und hatten noch etwas Stress", sagte Kuske. Dennoch egalisierte das Duo im dritten Durchgang den am Vortag von Florschütz/Adjei aufgestellten Bahnrekord und setzte sich weiter von seinen deutschen Konkurrenten ab. Florschütz-Anschieber Richard Adjei gab zu: "Wir haben den dritten Start etwas verkackt."

Weil das Eis in der berüchtigten "Fifty-Fifty"-Kurve abermals nachgebessert wurde, blieben Stürze am zweiten Tag in der Zweierbob-Konkurrenz aus. Am Dienstag waren noch zahlreiche Bobs in der Eisrinne umgekippt, andere Fahrer hatten bereits vor dem Start nach Trainingsunfällen passen müssen.

Eisschnellläuferinnen über 1.500 Meter chancenlos

Eisschnellläuferin Anni Friesinger-Postma hat in Richmond hingegen auch die letzte Chance auf eine olympische Einzelmedaille vergeben. Mit großen Hoffnungen ins Rennen gegangen, belegte die Weltmeisterin über 1500 Meter in 1:58,67 Minuten nur den neunten Platz. Vor zwei Tagen war sie nach einem Stolper-Rennen über 1000 Meter sogar nur 14. geworden. Die letzte Chance auf Edelmetall hat sie nun im Team-Rennen zum Ausklang der Spiele. "Es lief gar nicht", sagte Friesinger enttäuscht. "Hintenraus war's so schwer. Ich würde gerne, aber du hast einfach nicht die Power."

Vor 7.000 Zuschauern im Richmond Olympia Oval siegte Ireen Wüst in 1:56,89 Minuten und sorgte damit für das dritte Olympia-Gold der Niederländer bei den Winterspielen. Silber und Bronze gingen an Kanadierin Kristina Groves und die Tschechin Martina Sablikova. Die Erfurterin Daniela Anschütz-Thoms verpasste als Zehnte ebenso wie Friesinger erneut Edelmetall, hat aber noch die Chance über 5000 Meter, Monique Angermüller (Berlin) wurde 13. (dpa)

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