Höhepunkte der Olympia-Nacht : Kanada kommt

Quasi auf den letzten Metern dieser Winterspiele setzen die Gastgeber offenbar doch zum anfangs angekündigten, zwischenzeitlich aber nur noch belächelten Angriff auf Platz eins in der Nationenwertung an. Nach den Ergebnissen vom Donnerstag scheint der nun plötzlich wieder möglich.

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Vancouver 2010 - Eishockey
O Canada! Eishockeyspielerin Kim St-Pierre feiert den Finalsieg ihres Teams über den Erzrivalen USA wie es sich gehört. -Foto: dpa

Kanada macht in der Nationenwertung weiter Boden gut und liegt zumindest nach Goldmedaillen schon gleichauf mit Deutschland und den USA. Dafür verantwortlich waren in der Nacht auf Freitag zunächst einmal die Eishockeyfrauen. Die bezwangen in einem gutklassigen Finale ihren Erzrivalen USA mit 2:0. Es war der dritte Olympiasieg für die kanadischen Spielerinnen in Folge. Vor 19.300 Zuschauern im ausverkauften Canada Hockey Place erzielte Marie-Philip Poulin schon im ersten Drittel beide Treffer. Die Amerikanerinnen, die 2008 und 2009 durch Finalsiege über Kanada jeweils Weltmeister wurden, schafften es anschließend nicht, die überragende Shannon Szabados im Tor des Gegners zu überwinden.

Der Sieg der Eishockeyfrauen wurde von den Fans begeistert bejubelt - und weitere Goldmedaillen auf dem Eis scheinen für die Gastgeber fast schon vorprogrammiert, denn die kanadischen Curling-Teams erreichten sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern das Endspiel. Gegner sind am Freitag Turin-Olympiasieger Schweden bei den Frauen und tags darauf Norwegen im Männer-Finale.

Auch Weißrussland und Südkorea jubeln

Im Freestyle-Springen der Männer gingen die Kanadier dann allerdings leer aus, obwohl sie immerhin drei Ski-Akrobaten ins Finale der besten 12 gebracht hatten. Doch an diesem Tag waren Alexej Grischin aus Weißrussland, Jeret Peterson (USA) und der Chinese Liu Zhongqing zu gut und gewannen in dieser Reihenfolge die Medaillen.

Im Eiskunstlaufen der Frauen reichte es für die tragische Figur dieser Spiele zu der ersehnten Medaille. Joannie Rochette, deren Mutter am vergangenen Wochenende nach einem Herzinfarkt verstorben war, lief unter dem ohrenbetäubenden Jubel ihrer Landsleute zu Bronze. Besser waren nur Mao Asada aus Japan als Zweite und die alles überragende Südkoreanerin Kim Yu-Na, die mit 228,56 Punkten einen neuen Weltrekord aufstellte und das erste Eiskunstlauf-Gold überhaupt für ihr Land gewann. Sarah Hecken, einzige deutsche Starterin im Wettbewerb, lief eine gute Kür und verbesserte sich nach dem schwachen Kurzprogramm noch von Rang 23 auf 18.

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