Sport : Höhere Hürde

Claus Vetter über den Anti-Doping- Beschluss des Radsport-Weltverbandes

Claus Vetter

Es ist lobenswert, dass der RadsportWeltverband UCI und die wichtigsten Teams gemeinsam überlegen, was im scheinbar aussichtslosen Kampf gegen Doping noch unternommen werden kann. Nun sollen alle 600 Pro-Tour-Fahrer eine DNS-Probe abgeben und eine Verpflichtung unterzeichnen, dass sie im Dopingfall ein Jahresgehalt Strafe zahlen. Wer nicht unterschreibt, dessen Name soll veröffentlicht werden. Weltverband und Teams errichten also neben dem monetären auch einen moralischen Marterpfahl. Gut so. Aber neu ist das eigentlich nicht.

Bestraft wurde Doping fast immer schon mit Image- oder Sponsorenverlust. Trotzdem hat das unzählige Radprofis nicht davon abgehalten, sich unlauter Vorteile zu verschaffen. Welcher Dopingsünder geht schon an den Start mit dem Glauben, erwischt zu werden? Ein Steuerhinterzieher geht auch nicht davon aus, dass er auffliegt. Und im Gegensatz zum Steuerhinterzieher hat ein überführter Doper im Radsport sogar noch die Möglichkeit, seine Geldstrafe einfach nicht zu akzeptieren. Denn eine Selbstverpflichtung der Teams ist juristisch außerhalb des Radsports wenig wert.

Bleibt der Kampf gegen Doping also aussichtslos? Nein. Weltverband und Teams haben zumindest die Hürde für Dopingsünder erhöht. Wie hoch diese tatsächlich ist, könnte sich schon vor der Tour de France zeigen: Rund 50 Profis sollen mit dem spanischen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes zusammengearbeitet haben. Diese Fahrer dürften – soweit sie noch aktiv sind – kaum ein Interesse daran haben, eine DNS-Probe abzugeben.

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