Sport : Hoeneß gegen Daum: Neues Kapitel von Uli und die Detektive

Johannes Taubert

Man muss Uli Hoeneß schon sehr mögen, um in diesen Tagen fest und ungebrochen an seiner Seite zu stehen. Doch kann man eines dem Mann nicht nachsagen: Er ist kein Umfaller. Er ist noch nie einen Milimeter hinter eine Schlagzeile zurückgetreten, für die er selbst verantwortlich war. Er weicht auch jetzt nicht zurück, wo Christoph Daum gar nicht weiß, wo er sich zuerst abputzen soll. Wenn man angespuckt wird, kann man es wieder abwischen, doch bleibt bekanntlich bei solchen Vorgängen immer etwas hängen. Das ist im Fall Daum/Hoeneß nicht anders. Um nicht reuig wieder ins Büro zurück und gen Leverkusen zu Kreuze zu kriechen, soll Uli Hoeneß eine Detektei beauftragt haben, das Privatleben des Leverkusener Trainers unter die Lupe zu nehmen, meldet der "Express" aus Köln. Einen Leibwächter aus dem Milleu soll er auch kontaktiert haben. Einmal abgesehen davon, dass der Zeitpunkt dieser Kontaktaufnahme interessant wäre (vor oder nach den Schlagzeilen), ist das auch nicht die feine Art.

Wenn nun Sportkamerad Rummenigge behauptet, das mit den Detektiven mache man bei Bayern nicht, dann irrt er natürlich. Das Kapitel Uli und die Detektive gab es schon, und er hat nie einen Hehl daraus gemacht. Das observierte Subjekt hatte seinerzeit Begierden nach Weißbier, gelegentlich auch nach dem Zapfenstreich und hieß Mario Basler. (Der heißt natürlich immer noch so, trinkt sein Bier jetzt aber woanders.) In diesem Zusammenhang könnte man seiner Scheinheiligkeit K. H. Rummenigge auch mal ein paar Fragen stellen. Ist er wirklich immer brav auf seinem Zimmer geblieben, als die Kollegen früher um die Häuser zogen? Und was war damals im Schwarzwald am legendären Schluch-(ck)see? Übrigens wollen wir darauf gar keine Antworten. Es interessiert uns nicht. Nur ein wenig Zurückhaltung in Sachen Moral und Anstand täte an der Säbener Straße ganz gut.

Einer, der damals im Schwarzwald auch dabei war, sagt nun, dass diese Attacke nicht nur für Christoph Daum das Ende der Karriere bedeuten könne, sondern auch für Uli Hoeneß. Wenn letztlich alles unbewiesen bliebe, "wer wolle denn dann mit dem Uli in der Bundesliga noch zusammenarbeiten". O-Ton Paul Breitner. Und selbst wenn der Bayern Manager in allen Punkten Recht hätte, hat er nicht auch gleich das Recht, es so durchzusetzen.

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