Hoeneß-Kritik : Krach bei den Bayern

Der jüngste Krach bei Bayern München: Van Gaal wehrt sich gegen die Hoeneß-Kritik, Rummenigge schweigt dazu. Er habe einen Spielfilm gesehen.

Morsche Töne. Bayerns Präsident Uli Hoeneß (vorn) und Trainer Louis van Gaal im Herbst ihres Missvergnügens. Foto: dapd
Morsche Töne. Bayerns Präsident Uli Hoeneß (vorn) und Trainer Louis van Gaal im Herbst ihres Missvergnügens. Foto: dapdFoto: dapd

Cluj - Louis van Gaal sprach von großer Enttäuschung. Uli Hoeneß fand, dass er erst einmal genug gesagt habe. Und der sonst so mitteilsame Karl-Heinz Rummenigge ließ wissen, dass er leider nichts Erhellendes beitragen könne zum jüngsten Krach beim FC Bayern München, er habe den höchst unterhaltsamen Fernsehauftritt des Präsidenten Hoeneß mit der schweren Kritik am Trainer van Gaal leider verpasst. „Ich habe einen schönen Spielfilm angeschaut und glaube, dass ich da nicht so schlecht gelegen habe“, erzählte der Münchner Vorstandsvorsitzende Rummenigge, bevor er am Dienstag ins Flugzeug stieg zur Reise nach Rumänien.

Nähere Details sind nicht bekannt. Wohl aber, dass am Sonntag zur besten Sendezeit als Konkurrenzveranstaltung zu Hoeneß’ Tiraden „Hui Buh, das Schlossgespenst“ lief. Das wäre zum einen eine schöne Einstimmung gewesen für die Reise nach Transsilvanien, wo einst Graf Dracula sein Unwesen trieb, lange bevor die Fußballspieler vom FC Cluj den Deutschen Meister in der Champions League herausforderten. Zum anderen würde Hui Buh bestens passen zur gespenstischen Atmosphäre, die seit Sonntag beim FC Bayern herrscht. Seit Hoeneß’ Abrechnung mit van Gaal, dieser lasse nur seine eigene Meinung gelten und habe Spieler wie Mario Gomez, Anatoli Timoschtschuk oder Martin Demichelis verfrüht und zu Unrecht in die zweite Reihe abgeschoben.

Familienmensch. Karl-Heinz Rummenigge will jetzt schlichten. Foto: dpa
Familienmensch. Karl-Heinz Rummenigge will jetzt schlichten. Foto: dpaFoto: picture alliance / dpa

Dass van Gaal und Hoeneß sich laut einer Vereinsmitteilung unmittelbar nach der Ankunft in Cluj zusammengesetzt und sich die Hand gegeben haben, ändert daran nur wenig. „Ich bin sehr enttäuscht, dass mein Präsident so etwas über mich sagt, weil ich denke, dass eine meiner besten Qualitäten Kommunikation ist“, hatte sich van Gaal noch nach der Landung in Cluj und vor dem Gespräch geäußert. „Ich bin sehr erstaunt, dass ein Präsident von einem Verein wie dem FC Bayern München in dieser schwierigen Phase mit neun verletzten Spielern das sagt.“ Und: „Ich finde, dass so ein Mann mit so viel Bedeutung für Bayern München auch um die Konsequenzen von seinen Aussagen wissen muss.“ Im Übrigen habe er nie von Spielern aus der zweiten Reihe gesprochen, das „sind nicht meine Worte. Ich habe die Perspektiven offen gehalten für diese Spieler.“

Die Begrüßung zwischen Hoeneß und van Gaal war am Dienstag so kühl ausgefallen, dass auch das kickende Personal guten Gewissens alle noch am Vortag geübte Zurückhaltung aufgab. „Wir leben ja nicht auf dem Mond, natürlich wird darüber gesprochen“, sagte Torhüter Jörg Butt. Tsp

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