Sport : Hoeneß und die zwei Könige

Hertha BSC lud Fans zum Pokerturnier

Thorsten Grunow

Berlin - Dreißig Minuten nach Beginn drehten sich die Köpfe der anwesenden Hertha-Spieler im Klubhaus im Olympiapark amüsiert zu Tisch fünf. Dort erhob sich gerade ihr Manager Dieter Hoeneß und musste sich als erster Herthaner aus dem Pokerturnier verabschieden. Seine lakonische Erkenntnis: „Mit zwei Königen kann man verlieren.“ Hertha hatte zu dem Turnier geladen, bei dem Fans gegen Spieler und Verantwortliche pokern konnten. Die vier Gewinner fahren mit zwei Spielern von Hertha am 9. Dezember zum Poker-Finale nach Leverkusen, wo sie auf die Teams von Bayer, Hannover, Karlsruhe, Hamburg und Dortmund treffen. Wer dort siegt, gewinnt Karten für das DFB-Pokalfinale.

Das frühzeitige Aus des Managers, eigentlich als ausdauernder Kontrahent im Vertrags- und Kartenpoker bekannt, schien Herthas Nachwuchsspieler Sascha Burchert dermaßen erschreckt zu haben, dass er kurz darauf ebenfalls rausflog. Cicero hingegen, unter ständiger Beobachtung seiner brasilianischen Landsleute Kaká und Raffael stehend, verstand den Hoeneßschen Abgang offenbar als Aufforderung zu profihaftem Verhalten. Er verließ vorzeitig seinen Tisch, wohl um am nächsten Tag ausgeruht zum Training erscheinen zu können.

Die verbliebenen vier Herthaner, Sofian Chahed, Christopher Gäng, Ante Covic und Hoeneß’ Sohn Sebastian bewiesen eindeutig mehr Sitzfleisch und blieben noch eine knappe Stunde länger im Rennen. Während Gäng mit cooler Sonnenbrille zumindest optisch Pokerprofiformat bewies, entpuppte sich Chahed als „Cincinnati Kid“. Erst nach einiger Überredungskunst in das Spiel eingestiegen, warf er kurz darauf zwei Gegenspieler raus, was er verschmitzt lächelnd als „Anfängerglück“ entschuldigte.

Als gegen Mitternacht das Turnier endete, waren allerdings auch Chahed und Co. schon längst nicht mehr dabei. Für Dieter Hoeneß endete der Abend auch noch versöhnlich. Sein Sohn Sebastian schied als letzter Herthaner aus und stellte so die Familienehre wieder her. Thorsten Grunow

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