Sport : Hoffen auf eine andere Serie

Die Eisbären sehen sich im Aufwärtstrend

Claus Vetter

Berlin - Es gab ein paar Momente, da musste Pierre Pagé am Freitagabend einen seiner Assistenten beruhigen. Der Trainer der Berliner Eisbären erzählte, dass ihn Torwarttrainer Josef Dusek während des Spieles gegen die Augsburger Panther darauf hingewiesen habe, dass seine jungen Spieler aufgrund der Schwäche des Gegners nichts lernen würden. „Außer schlechten Angewohnheiten vielleicht“, habe Dusek gesagt, erzählt Pagé. Denn der Berliner Gegner spielte weit unter dem durchschnittlich üblichen Niveau in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Pagé war es im Gegensatz zu seinem Torwarttrainer aber egal. Der Trainer wirkte nach dem Spiel seiner Eisbären gegen die Schwaben sogar ein wenig gerührt. „Es war schön heute Abend“, sagte er. Schließlich war es für die Eisbären ein schönes Gefühl: Nach acht Niederlagen in Serie hatten sie endlich wieder gewonnen – und das mit 6:0 recht deutlich.

Auch wenn der Berliner Gegner am Freitag überfordert war, selten hatten sich die Eisbären in dieser Saison so konzentriert gezeigt wie gegen Augsburg. „Mit mehr Training können wir noch viel besser werden“, sagte Trainer Pagé aber. „Und die Mannschaft braucht viel Training.“ Damit sieht es aber kurzfristig nicht so gut aus für den Meister, bereits heute müssen die Eisbären bei DEL-Aufsteiger Straubing Tigers antreten, der in der Tabelle auf Platz elf, also nur einen Rang schlechter dasteht als der mäßig in die Saison gestartet Meister. Pagé hofft trotzdem, dass Freitag „eine neue, positive Serie für uns begonnen hat“. Nur eines sorgt den Trainer: „Der Substanzverlust bei unseren älteren Spielern könnte nach dem Spiel in Straubing groß sein“, sagt er.

Die erfahrenen Kräfte der Berliner hatten nämlich zuletzt ausgedehnte Einsatzzeiten. Daher will Pagé sie auch am Dienstag beim Pokalspiel beim Zweitligisten Kassel Huskies schonen. Beim Meister hofft man daher weiter auf Verstärkung, zumal ein ehemaliger Eisbären-Stürmer in Nordamerika nicht glücklich geworden ist: Denis Pederson hat sein Engagement bei den Peoria Rivermen, dem Farmteam der St. Louis Blues, beendet, weil er in der National Hockey-League (NHL) nicht zum Zuge kam. „Er wird nicht mehr in Peoria spielen“, sagt Eisbären-Manager Peter John Lee. Es sei denkbar, dass Pederson nach Berlin zurückkehre. „Aber er braucht wohl noch Zeit, um sich zu entscheiden.“

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