Sport : Hoffen auf Typen wie Basler und Effenberg

KLAUS ROCCA

Peter Neururer heizt die alte, neue Diskussion über den Wert des Fußballpiels unterm Dach an VON KLAUS ROCCA

Berlin.Die Diskussionen über Hallenfußball sind so alt wie das Spiel unterm Dach selbst.Früher erbosten sich viele über die Härte des Hallengekickes, warnten vor schlimmen Verletzungen.Später, als statt technischer Feinheiten taktisches Geplänkel und Langeweile Trumpf waren, wurde Hallenfußball an sich in Frage gestellt.Andere wiederum wollten dagegen gar Deutsche Meisterschaften ausgespielt sehen.Dieser Tage, da in die Hallen wieder einmal langweiliges Mittelmaß eingezogen ist, leben die Diskussionen erneut auf.So spricht Kölns Trainer Peter Neururer von "grob fahrlässigem" Hallenfußball.Neururer, der jeden Körperkontakt abpfeifen lassen würde: "Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir an gar keinem Turnier teilgenommen." Doch wo Geld fließt, schieben viele ihre Bedenken zur Seite.Und Geld fließt viel, seitdem der DFB die Turnierserie mit dem Masters-Finale aufgewertet hat und das Fernsehen groß eingestiegen ist.Das interessiert vor allem die Schatzmeister der Klubs, den einzelnen Spieler weniger.So glänzen dieser Tage viele Stars durch Abwesenheit, so auch beim letztmals in der Deutschlandhalle ausgetragenen und heute beginnenden Internationalen Berliner Turnier.Daß der DFB damit gedroht hat, beim Fehlen von Stars Geldstrafen auszusprechen, ringt diesen nur ein müdes Lächeln ab.Gegen ärztliche Atteste ist auch der allmächtige Verband machtlos. Michael Klinkert braucht kein Attest.Der Mönchengladbacher, der beim Frankfurter Turnier mit dem Duisburger Marc Kienle zusammengeprallt war und dabei einen Innenknöchelbruch erlitten hatte, kommt natürlich nicht in die Deutschlandhalle.Glück im Unglück: Er braucht nicht operiert zu werden. Gladbach, 1995 in Eichkamp durch einen Finalsieg über den Rekordgewinner Hertha BSC Turniersieger, kommt dafür mit Stefan Effenberg.Vielleicht kann er dieser 26.Auflage des Berliner Hallenspektakels ähnlich den Stempel aufdrücken wie es im Vorjahr der auch diesmal mitwirkende Mario Basler (noch im Dreß vom SV Werder Bremen) tat.Auf technisch so versierte Spieler ist Hallenfußball nun einmal angewiesen.Wenn sie dann auch noch wie Basler, zuletzt mit zehn Treffern bester Schütze, erfolgreich beim Torschießen sind, ist das ein doppelter Glücksfall. Ob der Lokalmatador Hertha an frühere Erfolge (acht Turniersiege) anknüpfen kann, bleibt abzuwarten.Im letzten Jahre verpaßte Hertha als Gruppenvierter (und damit Letzter) den Einzug in die Finalrunde, so daß am Schlußtag die Stimmung gedrückt war.Daß diesmal Christian Fiedler, vor zwei Jahren als bester Torhüter geehrt, nach seiner Operation nicht dabei ist, darf man getrost als Schwächung einstufen.Doch die Teilnahme am Finale in München stand ohnehin nie zur Debatte. Gespielt wird wieder über zweimal zehn Minuten.Die ersten drei Klubs beider Gruppen erreichen die Hauptrunde.20.000 Mark erhält der Gesamtsieger, die Hälfte der Zweite.

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