Hoffenheim - Bayern München 1:2 : Später Bayern-Sieg nach Rekordgegentor

Der FC Bayern München kassiert in Hoffenheim das schnellste Tor der Bundesliga-Geschichte, gewinnt aber in Unterzahl mit einem Tor in letzter Minute.

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Pep Guardiola hatte Robert Lewandowski in Hoffenheim zunächst auf der Bank gelassen.
Pep Guardiola hatte Robert Lewandowski in Hoffenheim zunächst auf der Bank gelassen.Foto: rtr

Die TSG Hoffenheim muss weiter auf einen Sieg gegen den FC Bayern München warten. Trotz einer turbulenten und von vielen Fouls geprägten Schlussphase musste die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol auch im 15. Duell eine Niederlage hinnehmen. Hoffenheim verlor beim 1:2 (1:1) zum elften Mal gegen den deutschen Rekordmeister. Doch dieses Mal kamen die Münchner erst in der 90. Minute zum Sieg. Ein spätes Tor des eingewechselten Robert Lewandowski (90.) erlöste die Bayern, die sich lange schwer getan hatten und zu viele Chancen vergaben.

Nach dem 1:0 von Kevin Volland nach nur neun Sekunden glich Thomas Müller aus. Aber dann kam der nächste Rückschlag für die Bayern: Jerome Boateng musste nach einem Freistoß von Sebastian Rudy wegen eines Handspiels mit Gelb-Rot vom Platz. Den fälligen Elfmeter von Eugen Polanski lenkte Manuel Neuer jedoch vor 30.450 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena noch an den Pfosten. In der 81. Minute wurde ein Treffer von Müller wegen Handspiels nicht anerkannt, kurz vor Schluss traf der Nationalspieler noch den Außenpfosten.

FC Bayern kassiert das schnellste Tor der Bundesliga-Geschichte

Wenn Pep Guardiola die Leiden eines unzufriedenen Trainers anschaulich vorführen wollte, gelang ihm zumindest in der ersten Hälfte ein perfekter Auftritt in seiner Coaching-Zone. Mal gab er Anweisungen an falsch positionierte Spieler, mal kritisierte er deren Abspiele, dann machte er allerlei Gesten, die sein Missfallen nach Fehlversuchen ausdrückten. Während der 44-Jährige jeden Zentimeter seiner Trainerzone ausnutzte, war sein Team auf dem Rasen weit entfernt von guter Raumaufteilung. Das mag daran gelegen haben, dass sich schon nach wenigen Sekunden ein mühsamer Bundesliga-Arbeitstag andeutete. David Alaba spielte einen Pass vor dem eigenen Strafraum, der Jerome Boateng erreichen sollte, ihn  aber deutlich verfehlte. Torwart Manuel Neuer rutschte aus und kam gegen Volland zu spät. Der deutsche U-21-Kapitän nutzte den Patzer mit dem schnellsten Tor der Bundesliga-Geschichte zur 1:0-Führung. 

Thomas Müller in der ersten halben Stunde wirkungslos

Zu dem Zeitpunkt war Guardiola noch relativ ruhig. Später spürte auch er, dass die Bayern am Rückstand zu kauen hatten. Sechs Tage vor der Auslosung zur Gruppenphase der Champions League griff auch die neue Flügelzange Douglas Costa und Arjen Robben im 4-1-4-1 System nicht, Mittelstürmer Müller blieb unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw in der ersten halben Stunde wirkungslos – bis ihm ein Kopfball gelang, den Hoffenheims Torwart Baumann über die Latte lenkte. Sechzig Sekunden später traf er den Außenpfosten. 

Hoffenheim zog sich weit zurück und ließ die Münchner einige Male ins Abseits laufen. Die stetige Steigerung der Bayern führte kurz vor Ende der ersten Hälfte zum verdienten 1:1  durch Müller. Baumann konnte einen Schuss von Costa nur abklatschen und Müller schob den Ball ins Tor. Die TSG konnte nur noch selten Akzente durch Konter setzen und war im Angriff insgesamt zu harmlos. Abhilfe könnte da wohl Eduardo Vargas leisten. Hoffenheim steht kurz vor der Verpflichtung des 25-Jährigen vom SSC Neapel, der am Spieltag den Medizincheck erfolgreich absolvierte. Der Chilene soll das Angriffsspiel neben dem 33-Jährigen Kevin Kuranyi unterstützen, der gegen Bayern nur kämpferisch überzeugte. Die Münchner traten in der zweiten Hälfte bissiger auf. Niklas Süle rettete auf der eigenen Linie vor Arturo Vidal, der kurz darauf die Latte traf, bevor der eingewechselte Lewandowski  zum entscheidenden 2:1 traf.

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