Hoffenheim : Da freut sich der Mäzen

Der neue Trainer Markus Gisdol haucht Hoffenheim neues Leben ein – nur Tim Wiese muss weiter darben.

Erstmals seit langem wieder marschierte Mäzen Dietmar Hopp mit seiner Entourage in die Kabine der TSG Hoffenheim. Am Ende einer turbulenten Woche mit der Entlassung von Trainer Marco Kurz und Manager Andreas Müller feierte der Tabellenvorletzte im Freitagabend-Spiel der Fußball-Bundesliga ein 3:0 (1:0) gegen Fortuna Düsseldorf - da wollte der 72 Jahre alte Milliardär seinen Profis schon persönlich gratulieren. Mit großem Wohlwollen sah Hopp, wie der neue Chefcoach Markus Gisdol innerhalb von nur drei Tagen die Mannschaft zum Leben erweckte.

Und die drohende Debatte um Tim Wiese beendete Gisdol am Tag nach seinem perfekten Einstand mit unmissverständlichen Worten. „Nummer eins ist Koen Casteels, Nummer zwei Jens Grahl“, sagte Gisdol. Der frühere Nationalspieler Wiese, der unter Kurz degradiert worden war, habe die Entscheidung „sehr professionell“ aufgenommen, berichtete Gisdol. Tags zuvor hatte Wiese auf der Tribüne miterlebt, wie Stammkeeper Heurelho Gomes in der 54. Minute für Koen Casteels ausgewechselt werden musste. Der Brasilianer hat sich die Mittelhand gebrochen und fällt acht bis zehn Wochen aus. Der 20 Jahre alte Belgier Casteels hielt tadellos, laut Gisdol sogar „bombensicher“.

Nun schöpft die TSG wieder Hoffnung im Abstiegskampf und ließ sich nach dem Abpfiff feiern. Die Hoffenheimer boten zwar keine Glanzvorstellung, gingen diesmal aber aggressiv und offensiv zu Werke, auch dank Rückkehrer Sejad Salihovic und des unter Marco Kurz verschmähten Sven Schipplock. „Wir versuchen, in kleinen Schritten vorwärts zu kommen, den Druck von der Mannschaft zu nehmen, nicht ständig von Ergebnissen oder vom Abstiegskampf zu reden“, sagte Gisdol. Das werde er auch in Zukunft nicht machen: „Sie können mich nach dem letzten Spiel noch mal fragen, wo wir gelandet sind.“ dpa

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