Hoffenheim : Der kleine Tabellenführer

Der Aufsteiger überrascht gleich zum Saisonbeginn mit einem klaren 3:0-Sieg bei den chancenlosen Cottbusern.

Karsten Doneck[Cottbus]
FC Energie Cottbus - TSG 1899 Hoffenheim 0:3
Feiertag in Cottbus. Die Hoffenheimer nach dem Auswärtssieg.Foto: dpa

Einsicht ist der erste Weg zur Besserung. Wenn das stimmt, braucht den Fans des FC Energie Cottbus vor der Zukunft nicht bange zu sein. Nach der ernüchternden 0:3 (0:1)-Heimniederlage zum Saisonauftakt gegen den spielstarken Aufsteiger TSG 1899 Hoffenheim versuchten die Cottbuser Profis gar nicht erst nach Ausreden zu suchen. „Wir sind überheblich und arrogant ins Spiel gegangen“, rügte Torwart Gerhard Tremmel die Einstellung. „Unser Auftreten in den Zweikämpfen war mangelhaft“, polterte Mannschaftskapitän Timo Rost. Und Trainer Bojan Prasnikar analysierte, dass „ohne Druck, ohne Kampf, ohne Bewegung nach vorne“ nichts anderes herauskommen könne als ein bitterer Fehlstart.

Das Cottbuser Debakel vor 18 370 Zuschauern verursachten freilich auch äußere Umstände. Etwa die Leistung des Gegners. Hoffenheim, als 50. Verein in der Bundesliga dabei, legte einen spielstarken Auftritt hin. Schon der schnelle Senegalese Demba Ba im Angriff war vom Unterhaltungswert, aber auch von der Effektivität her das Eintrittsgeld wert. Ba erzielte das vorentscheidende 2:0 kurz nach der Pause. Vorher und nachher schockte Vedad Ibisevic mit seinen zwei Treffern die Cottbuser, die mit schweren Fehlern in der Innenverteidigung, vor allem von Igor Mitreski, freundlich Pate standen.

Ralf Rangnick, Hoffenheims Trainer, wies darauf hin, dass diesmal mit Neuzugang Wellington und dem für Olympia abgestellten Chinedu Obasi noch zwei wertvolle Offensivkräfte fehlten. Aber mit ihrem jugendlichen Elan ließen die Hoffenheimer in Cottbus trotzdem nichts anbrennen. „Das Durchschnittsalter meiner Mannschaft betrug heute so etwa 22 Jahre und ein paar Zerquetschte. Meine Jungs müssen den Mangel an Erfahrung kompensieren durch mehr Griffigkeit, durch Neugier und Engagement“, sagte Rangnick. Gesagt, getan.

Der FC Energie erzielte gegen Hoffenheim auch ein Tor. Dennis Sörensen war kurz vor der Pause nach einer Flanke von Daniel Ziebig im Fünfmeterraum der Hoffenheimer höher gesprungen als Torwart Ramazan Öczan und stieß den Ball per Kopf ins Netz. Özcan stürzte. Das 1:1? Schiedsrichter Guido Winkmann, der sein erstes Bundesligaspiel leitete, erkannte auf Torwartbehinderung und den Treffer nicht an. Eine umstrittene Entscheidung. Verdient war der Erfolg der Hoffenheimer aber allemal. Dass der Aufsteiger nun dadurch gleich mal Tabellenführer ist, Seite an Seite mit Schalke 04, verleitete Ralf Rangnick indes nicht zum Übermut: „Das ist doch nur, weil H wie Hoffenheim im Alphabet vor S wie Schalke kommt.“

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