Hoffenheim - Dortmund 1:0 : Der Meister ist müde

Nach dem grandiosen Saisonstart gegen den Hamburger SV verliert Borussia Dortmund mit 0:1 in Hoffenheim – Mario Götze enttäuscht und wird ausgewechselt.

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BVB-Stürmer Robert Lewandowski (r.) im Zweikampf mit Hoffenheims Sebastian Rudy.
BVB-Stürmer Robert Lewandowski (r.) im Zweikampf mit Hoffenheims Sebastian Rudy.Foto: rtr

Was Jürgen Klopp mit seinen spöttelnden Bemerkungen am liebsten verhindert hätte, wurde schnell klar. Es ging nach der 0:1-Niederlage bei 1899 Hoffenheim um die Frage, wie Borussia Dortmund die Drei- oder Vierfach-Belastung durch Ligaspiele, Champions League, Pokal und Länderspiele in der Saison nach dem Titelgewinn verkraften würde. „Ich kann sie schon lesen, die Schlagzeilen, dass wir müde waren nach dem Länderspiel und so“, sagte Klopp und nahm dem Thema so gut er konnte die Brisanz: „Das Länderspiel kam zu früh.“ Was heißen sollte, kein Team sei nach dem ersten Spieltag schon so im Rhythmus, um keine Reaktion auf eine derartige Pause zu zeigen. „Ich kann sagen, wir werden weiter Spieler zu Länderspielen abstellen.“

Klopp unterschied danach zwischen mentaler Müdigkeit und physischer Müdigkeit und bestätigte, was die meisten der 30.150 Zuschauer gesehen hatten. Viele der Dortmunder – allen voran Mario Götze und der Japaner Shinji Kagawa – machten nach Kräfte zehrenden Länderspieleinsätzen einen schlappen Eindruck. Weil im Dortmunder Mittelfeld lange Zeit gewohnte Dynamik und Spielwitz fehlten, kam Trainer Holger Stanislawski mit leidenschaftlich kämpfenden Hoffenheimern zu seinem ersten Sieg. Sejad Salihovic traf in der 9. Minute per Freistoß. Erst nach rund 30 Minuten gelang dem BVB die Rückkehr ins Spiel. Der Meister vergab am Ende eine Reihe guter Chancen, ohne allerdings gewohnt souverän zu agieren.

„Die Länderspiele haben sicher eine Rolle gespielt“, sagte Innenverteidiger Mats Hummels, der zu den Besten im BVB-Kader gehörte. Man sei schwer „ins Spiel rein gekommen“, sagte Torwart Roman Weidenfeller, habe das Spiel jedoch anschließend beherrscht. „Hoffenheim war energisch, trotzdem haben wir überzeugend gespielt.“ Für Jürgen Klopp fühlte sich die Niederlage „schlimm“ an, aber „wir haben 40 bis 50 Minuten richtig gut gespielt“. Mario Götze ersparten die Dortmunder eine Aussage. Der Mittelfeldspieler, der am Mittwoch beim 3:2-Sieg der Nationalelf über Brasilien für eine überragende Leistung gefeiert wurde, ging ohne Statement zum Mannschaftsbus.

Nachdem Roberto Firmino für Hoffenheim die Latte und Salihovic in den Winkel getroffen hatte, kam der BVB nach einer halben Stunde durch Kevin Großkreutz zu zwei Schusschancen, die TSG-Torwart Tom Starke abwehren konnte. „Wir haben in manchen Phasen auf zu kleinem Raum gespielt“, kritisierte Klopp, der durch drei Wechsel versuchte, die Niederlage zu verhindern, was dem BVB trotz drei guter Chancen des für Ilkay Gündogan eingewechselten Ivan Perisic nicht mehr gelang. Götze ging in der 53. Minute vom Feld. „Wir haben uns schon Gedanken gemacht, ob er draußen bleibt“, sagte Klopp, was bei Kagawa ähnlich gewesen sei. „Die Wechsel haben nicht zu Brüchen im Spiel geführt“, glaubt Klopp. Zum Angstgegner wollte der BVB-Coach den Gegner nicht erklären, obwohl der BVB bisher nur eines von sieben Spielen gegen Hoffenheim gewinnen konnte. Im vergangenen Meisterjahr verlor man die Partie in Sinsheim ebenfalls 0:1.

Diesmal hätte die Dortmunder Borussia mindestens ein Unentschieden verdient gehabt. „Der Sieg war etwas glücklich“, sagte Holger Stanislawski. „Aber für uns war es wichtig, herauszufinden wie wir die Niederlage in Hannover wegstecken würden. Wir wollten sehen, ob wir diszipliniert spielen können.“ Beide Fragen konnte Stanislawski schließlich positiv beantworten. Wen die Spieler für die gute Stimmung in Hoffenheim verantwortlich machen, verriet Kapitän Andreas Beck: „Der Trainer sorgt für Emotionen am Spielfeldrand, das tut uns gut.“

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