Hoffenheim - Dortmund : Niederlage für den BVB: So geht verlieren

Borussia Dortmund unterliegt Hoffenheim 0:1. Der BVB gab das Spiel leichtfertig aus der Hand, weil er seine Dominanz nicht in Chancen umzusetzen vermochte.

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Wir ergeben uns. Lucas Barrios und die Dortmunder müssen sich der TSG Hoffenheim geschlagen geben.
Wir ergeben uns. Lucas Barrios und die Dortmunder müssen sich der TSG Hoffenheim geschlagen geben.Foto: AFP

Marco Pezzaiuoli war eindeutig in der besseren Position. Der Trainer der TSG Hoffenheim konnte nach dem 1:0 (0:0) über Borussia Dortmund durch das Tor von Vedad Ibisevic verkünden, man habe das Saisonziel erreicht. „Das war der Klassenerhalt, ich glaube schon“, sagte Pezzaiuoli. Für seinen Kollegen Jürgen Klopp stellte sich die Lage nach der dritten Saisonniederlage des BVB schwieriger dar, nicht nur, weil der Dortmunder Trainer während der Pressekonferenz seine Probleme mit dem Mikrofon hatte. Als das nicht aufhören wollte, knackende Geräusche abzusondern, zeigte Klopp, dass man in Dortmund mit der Niederlage einigermaßen gelassen umgeht. „Weil das nur mir passiert“, sagte Klopp, „könnte es auch sein, dass ich zu blöd bin.“ Er lachte über seinen eigenen Scherz und meinte, man müsse der „Truppe ein solches Spiel mal zugestehen“. Der Vorsprung der Westfalen in der Tabelle bleibt auch trotz der Niederlage komfortabel.

„Wir konnten den Punch nicht setzen“, sagte Klopp und versuchte, die eigenen Chancen aufzuzählen, die allerdings nicht zahlreich waren. Manager Michael Zorc meinte deshalb, es sei „in allen Bereichen zu wenig“ gewesen. Seine Mannschaft hätte „nicht gut gespielt“ und es in den Szenen vor dem Tor einfach „zu schön machen wollen“, will der Dortmunder Torwart Roman Weidenfeller von der anderen Seite des Feldes aus beobachtet haben. „Davon, sagte Klubchef Hans-Joachim Watzke, gehe die „Welt nicht unter“, obwohl die Sache sehr ärgerlich sei.

In der Nachspielzeit hatte es Lucas Barrios in der Hand, Watzke den Frust zu ersparen. In der 93. Minute aber konnte der Hoffenheimer Torwart Tom Starke den Ball von Barrios mit dem Bein in letzter Sekunde abwehren. Starke war einer der besten Spieler bei den Hoffenheimern. „Ich dachte eigentlich, der wäre drin“, sagte Klopp. Das ging ihm schon in der 54. Minute so, als Marcel Schmelzer mit seinem Schuss an Starke scheiterte, „den der schön rausgekratzt hat“, so Klopp.

Die Dortmunder mussten sich eine gewisse Schludrigkeit im Umgang mit ihren Chancen vorwerfen lassen, die zuweilen ordentlich herausgespielt, insgesamt aber nicht konsequent genug zu Ende gespielt wurden. So konnte sich auf der Gegenseite Vedad Ibisevic immer wieder in Szene setzen. Der bosnische Stürmer war praktisch Hoffenheims Alleinunterhalter, der in der 79. Minute noch die Latte traf. „Wir haben diese Woche vieles richtig gemacht, viel geredet und sind sehr erleichtert“, sagte Ibisevic. Das 1:0 war sein siebtes Saisontor. Andreas Beck hatte aufgelegt, Ibisevic eingeschoben.

Die Hoffenheimer, die vor allem in der ersten Hälfte kompakt und zurückhaltend agierten, konnten sich erst nach der Pause Vorteile erarbeiten, während der BVB weiter abbaute und es nicht schaffte, den Rückstand zu verarbeiten. Ibisevic, der schon in der zwölften Minute an Weidenfeller gescheitert war, hatte kurz nach der Pause wieder kein Glück. Weidenfeller konnte seinen Schuss abwehren. Trotzdem sagte der BVB-Torhüter: „Es sollte heute nicht sein“ – und meinte damit nicht nur die Szene in der 35. Minute, als Robert Lewandowski übers Tor schoss. Hoffenheim ist nach Leverkusen und Frankfurt das dritte Team, das Dortmund schlagen konnte.

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