Hoffenheim - Freiburg 3:3 : Kartenflut im Kraichgau

Bei Hoffenheims aufregendem 3:3 gegen Freiburg schafft Sejad Salihovic viel in wenigen Sekunden: Ein Tor und einen Platzverweis. Auch danach geht es turbulent weiter.

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Warum immer ich? Nach seinem Elfmetertor ohrfeigt Sejad Salihovic den Freiburger Julian Schuster und muss vom Platz.
Warum immer ich? Nach seinem Elfmetertor ohrfeigt Sejad Salihovic den Freiburger Julian Schuster und muss vom Platz.Foto: dpa

Sinsheim - Sejad Salihovic grinste, sagte zwei Worte und ging. Dabei wäre es interessant gewesen, hätte der Mittelfeldspieler seine zwei kuriosen Szenen beschrieben. Der Bosnier hat beim 3:3 (2:2) seiner TSG Hoffenheim gegen den SC Freiburg tiefe Spuren hinterlassen, obwohl es für ihn bereits nach elf Minuten beendet war. Zuerst verwandelte er einen Foulelfmeter, im Getümmel danach ohrfeigte er den Freiburger Julian Schuster und sah dafür die Rote Karte. „Kein Kommentar“, sagte Salihovic und verschwand.

Das packende Duell in der Sinsheimer Arena lieferte weitere aufregende Szenen. Vor 24 118 Zuschauern kamen zu den sechs Toren drei Platzverweise, zweimal Rot und einmal Gelb-Rot. Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Admir Mehmedi, als er Schiedsrichter Tobias Stieler den Vogel zeigte. Dazu musste Freiburgs Trainer Christian Streich in der 43. Minute auf die Tribüne, weil er die Coaching Zone verlassen hatte. Im Gegensatz zu Salihovic wollte Streich über einen Platzverweis reden, die Gelb-Rote für Francis Coquelin. Der Freiburger Trainer tat das im Kabinengang und machte Hoffenheims Co-Trainer Frank Kaspari heftige Vorwürfe.

„Schäm dich, schäm dich - das ist unsportlich“, rief Streich. Kaspari habe die zweite Karte für Coquelin gefordert. Ob er sie wegen der Hoffenheimer Einsprüche erhielt, lässt sich nicht beweisen. Streich machte auch Schiedsrichter Stieler später Vorwürfe. „Da fehlt jede Verhältnismäßigkeit. Ein Spieler geht normal in den Zweikampf, erobert den Ball und bekommt Gelb. Und ich habe kein Wort gesagt, ich bin aus der Coaching Zone raus, das stimmt, aber das war zu viel des Guten. Da kippt ein Spiel“, polterte Streich.

Als Stieler Coquelin Gelb-Rot zeigte, lag er daneben, der Franzose hatte den Ball gespielt. Ebenso schien die Verbannung von Streich übertrieben. Leicht machten es die Akteure Stieler aber nicht. Die Atmosphäre wurde nach Salihovics Platzverweis hitziger. Viele Zuschauer und Spieler hatten die Ohrfeige nicht mitbekommen. Es gab einige Rangeleien und Diskussionen mit dem Schiedsrichter.

Nach dem 2:2 der Freiburger nach einer halben Stunde zum Beispiel: Eugen Polanski protestierte zu Unrecht gegen den Foulpfiff gegen ihn. Den folgenden Freistoß parierte TSG-Torwart Koen Casteels. Der Ball landete bei Schuster, der in den Fünfmeterraum köpfte, wo Karim Guedé den Ball über die Linie drückte. Oliver Sorg, der vor dem 0:1 den Foulelfmeter verschuldet hatte, war kurz darauf der 1:1-Ausgleich gelungen. Obwohl in Unterzahl, traf die TSG zum 2:1. Kevin Volland gelang ein artistischer Schuss über Freiburgs Trainer Oliver Baumann hinweg. In Hälfte zwei traf Sebastian Freis mit seinem zweiten Saisontor zur Führung für die Freiburger, die dann aber abbauten. Dem eingewechselten Tobias Strobl gelang mit einem Schuss in den Winkel das 3:3. Oliver Trust

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