Hoffenheim : Ralf Rangnick verliert die Geduld

Kratzer im Dorfidyll: Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick fordert mehr Geld für Verstärkungen. Mäzen Dietmar Hopp will sich nicht erpressen lassen.

Stefan Hermanns[Wolfsburg],Oliver Trust

Wolfsburg - Jeder Mensch hat sein eigenes Schmerzempfinden, die Unterschiede sind manchmal enorm. Das gilt auch für Ralf Rangnick, den Trainer der TSG Hoffenheim, und deren Manager Jan Schindelmeiser. Nach der 0:4-Niederlage in Wolfsburg, dem zwölften sieglosen Spiel hintereinander, gab Schindelmeiser eine Art Generalerklärung zur Situation des Vereins ab. „Wir haben uns die Konsolidierungsphase etwas anders vorgestellt“, sagte er. „Aber das müssen wir aushalten, auch wenn es schmerzhaft ist.“ Ralf Rangnick aber ist der Schmerz schon jetzt zu viel. Er hat am Wochenende laut aufgeschrien. „Mit Mittelmaß kann ich mich nicht identifizieren“, sagte er der „Bild am Sonntag“. „Ich bin nicht bereit, weitere Rückschritte in Kauf zu nehmen.“

Das Hoffenheimer Dorfidyll hat erste Kratzer bekommen. Dietmar Hopp, der Mäzen des Vereins, reagierte entsprechend angefressen. „Ich lasse mich nicht erpressen“, sagte er der „Rhein-Neckar- Zeitung“. Rangnick ist offensichtlich ambitionierter als Hopp großzügig. „Ich lasse mich durch den Ehrgeiz von anderen nicht zu halsbrecherischen Aktionen verleiten“, sagte der Financier des Hoffenheimer Aufschwungs.

Rangnick wird seinen Ehrgeiz wohl mäßigen müssen. „Wir können uns nicht mit Bayern, Schalke oder Hamburg messen“, sagte Manager Schindelmeiser über die finanziellen Möglichkeiten. „Wir messen uns mit Bochum, Bielefeld, vielleicht mit Frankfurt.“ Der Personaletat für die kommende Saison beträgt 25, 26 Millionen Euro, für neue Spieler gibt es nicht einmal zehn Millionen Euro. Rangnick aber schweben sechs oder sieben Verstärkungen vor. „Wäre Wellington nicht verpflichtet worden, stünden fünf Millionen Euro mehr zur Verfügung“, ätzte Hopp in Richtung des Trainers, der für den Fehleinkauf des Brasilianers verantwortlich ist. Aus solchen Äußerungen spricht seine tiefe Enttäuschung über den Vorstoß Rangnicks. sth/tru

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