Hoffenheim : "Wir sind die Zukunft"

Dietmar Hopp machte Freudensprünge, die Fans waren aus dem Häuschen - und sogar der Hoffenheimer Trainer Ralf Rangnick jubelte lauthals: "Das war eine richtig perfekte Leistung, ein fantastisches Spiel".

Ulrike John[dpa]
Vedad Ibisevic
Hoffenheims Stürmer Vedad Ibisevic -Foto: dpa

MannheimNachdem der Bundesliga-Neuling aus Nordbaden Borussia Dortmund mit 4:1 (2:0) verkloppt hatte, darf er sich nun mindestens eine Woche auf dem zweiten Tabellenplatz sonnen. "Hoffenheim wird in dieser Saison eine richtig gute Rolle spielen", prophezeite BVB-Coach Jürgen Klopp. Etwas getrübt wurde die Stimmung im Mannheimer Carl-Benz-Stadion lediglich von den Hasstiraden gegen Hopp.

Der Milliardär verzichtete schon öfter darauf, zu Auswärtsspielen mitzufahren, weil er sich die Beschimpfungen und wüsten Gesänge der gegnerischen Fans nicht antun will. Am Sonntagabend hielt aber im eigenen Stadion ein Dortmunder Fan Hopps Konterfei mit der Aufschrift hoch: "Im Fadenkreuz. Hasta la vista, Hopp." Für den 68 Jahre alten SAP-Mitbegründer "ist damit eine Grenze überschritten". Dortmunds Präsident Reinhard Rauball und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke entschuldigten sich bereits in der Pause dafür. Die Hoffenheimer Fans antworteten auf ihre Weise mit einem Spruchband: "Wir sind kein Trend!! Wir sind die Zukunft!!"

Wie ein Actionfilm

Diese Gedanken hegten auch viele der 26.300 Zuschauer im Mannheimer Carl-Benz-Stadion. "Eine absolute Spitzenmannschaft. Das war Systemfußball - so, wie er auszusehen hat", sagte Klopp und wirkte wie ein Kinobesucher, an dem ein Actionfilm etwas zu schnell vorübergezogen war. In der Offensive wirbelten Vedad Ibisevic, der nach seinen Saisontoren Nummer fünf und sechs (5. und 47. Minute) zusammen mit dem Leverkusener Patrick Helmes die Torschützenliste anführt, Spielmacher Carlos Eduardo (67.), Freistoßschütze Sejad Salihovic (25.) und Demba Ba, dass es den Dortmunder schwindelig wurde.

Mit einem fulminanten Forchecking gewannen die Nordbadener zudem "praktisch jeden wichtigen Zweikampf" (Klopp). Groß gefeiert wurde beim Aufsteiger trotzdem nicht. "Ein Glas Bier oder Wein", so erzählte Mittelfeldrackerer Tobias Weis sei aber erlaubt. "Die Tabelle hat natürlich einen gewissen Charme, wenn man sieht, welche Mannschaften alle hinter uns sind", räumte Rangnick ein. Die Gefahr, dass seine blutjunge Mannschaft nun abhebt, sieht er nicht. "Die Jungs sind schlau genug. Die wissen, dass sie immer so spielen müssen, um zu gewinnen. Da kommt kein Übermut auf", sagte er vor dem DFB-Pokalspiel am Mittwoch (20:30 Uhr) beim SC Freiburg.

"Es gibt schwarze Tage und manchmal eine schwarze Woche. Seit letztem Montag ist uns nicht besonders viel gelungen", meinte Klopp stöhnend. Nach der 0:2-Heimpleite im Uefa-Cup gegen Udinese Calcio jetzt von den Frischlingen aus dem 3300-Einwohner-Dorf vorgeführt - "zwei wirklich scheußlichen Ergebnissen", wie der Borussia-Coach murmelte. "Wir sind noch nicht an dem Punkt angelangt, wo man sagen kann, wo es für uns hingeht". Die nächste Orientierungsmöglichkeit für die Dortmunder, um zu erfahren, wo der Ex-Mainzer eine Mannschaft hinführt, steht am Mittwoch an: im DFB-Pokal gegen Hertha BSC.

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