Sport : Hoffnung für Herthas Jugend Artur Wichniarek geht – das ist gut für andere

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Bereits kurz vor der Vertragsunterzeichnung gestern Nachmittag war sich Andreas Grajewski sicher. „Heute wird die Sache über die Bühne gehen“, sagte der Berater von Artur Wichniarek, dem seit gestern ehemaligen Stürmer des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC. „Eigentlich hätte das schon gestern passieren sollen, doch die Anwälte wollten die Verträge noch einmal lesen.“ Die Auflösung des Vertrages mit dem Angreifer war schon länger abzusehen. Dass sie erst mit Verzögerung vollzogen werden konnte, zeigt, wie zäh die Verhandlungen gewesen sein müssen. Es ging um viel Geld: 1,2 Millionen Euro soll der Pole im Jahr verdient haben, sein Vertrag lief noch bis 2007.

Hertha und Wichniarek wollten aber zumindest öffentlich nicht im Streit auseinander gehen. Manager Dieter Hoeneß wünschte dem 28-jährigen Stürmer „alles Gute“ für seine Zukunft und Wichniarek sagte, „dass die Situation sehr schwierig gewesen ist. Ich hatte große Erwartungen, als ich zu Hertha gekommen bin.“ Diese haben sich nicht im Ansatz erfüllt: Wichniarek erzielte in 44 Bundesligaspielen für Hertha lediglich vier Tore.

Mit dem Abgang des Polen ist nun endgültig klar, was sich in der Hinrunde bereits abgezeichnet hatte: Der 18-jährige Solomon Okoronkwo und der ein Jahr ältere Ashkan Dejagah dürfen um den dritten Platz in Herthas Sturmhierarchie hinter Marko Pantelic und Nando Rafael kämpfen. Im Uefa-Pokal geht es sogar um Platz zwei, da Pantelic in diesem Wettbewerb nicht spielberechtigt ist. Trotzdem ist die Verpflichtung eines weiteren Stürmers aufgrund von Herthas finanzieller Situation sehr unwahrscheinlich. Auch wenn Trainer Falko Götz gestern sagte, „dass das schon in meinem Interesse wäre“.

Ohne einen neuen Stürmer ist das geplante Ausleihgeschäft mit Solomon Okoronkwo, dem Hertha bei einem kleineren Verein zu mehr Spielpraxis verhelfen wollte, ausgeschlossen. „Es wäre fahrlässig ihn jetzt gehen zu lassen“, sagte Falko Götz. Solomon Okoronkwo habe sich inzwischen an seine Umgebung in Deutschland gewöhnt und deshalb erwartet Falko Götz nun „einen Schub von ihm“. Der Nigerianer ist seit mehr als einem Jahr bei Hertha BSC, seit dieser Saison ist er spielberechtigt. In seinen elf Einsätzen in der Hinrunde konnte er jedoch nicht überzeugen und musste zuletzt zugucken, wie Ashkan Dejagah vor ihm eingesetzt wurde.

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