Sport : Hoffnungslauf

Jörg Wenig

Aus einem Anlauf mit Hindernissen soll doch noch ein großer Sprung werden. Nachdem es erst in der vergangenen Woche einen Senatsbeschluss für die Bewerbung Berlins um die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2005 gegeben hatte, gehen die Verantwortlichen nun mit dem nötigen Tempo voran.

Nur wenige Tage nach der politischen Entscheidung gründete sich ein Initiativkreis Leichtathletik-WM 2005 Berlin, der am Freitag bei einer Pressekonferenz vorgestellt wurde. Die Besetzung des Vorstandes zeigt, dass Berlin mit vereinten Kräften die Großveranstaltung in die Hauptstadt holen möchte. Schließlich wird solch ein sportliches Ereignis von der Bedeutung für die ausrichtende Stadt nur noch von Olympischen Spielen übertroffen. Zum Vorstand der WM-Initiative gehören Sportsenator Klaus Böger, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Messe Berlin, Raimund Hosch, der Präsident der Industrie- und Handelskammer Berlin, Werner Gegenbauer, sowie der Chef des Landessportbundes Berlin, Peter Hanisch.

"Der Senat hat spät entschieden, aber nicht zu spät. Wir werden sehr schnell eine sehr präzise Bewerbung aufstellen - und es wird dabei auch eine gewisse Sympathie der Bundesregierung für Berlin geben", sagte Klaus Böger. Kalkuliert wird vorerst mit Kosten von rund 15 Millionen Euro für die Stadtkasse. "Das Budget ist gesichert. Und für Berlin kommt viel zurück", freute sich der Sportsenator. Und ergänzte: "Wir haben eine weltweite Präsentation, die sehr wichtig ist für die Stadt und die wir gar nicht bezahlen könnten." Mit bis zu vier Milliarden Fernsehzuschauern wird bei einer Weltmeisterschaft gerechnet.

Bis zum kommenden Freitag müssen die Berliner Bewerbungsunterlagen beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) vorliegen. Eine Woche später fällt dann die nationale Vorentscheidung zwischen Berlin, München und Stuttgart. Am 14. April folgt die internationale Auswahl aus sechs Bewerberstädten. Für Berlin spricht die vorhandene Infrastruktur. Böger denkt deshalb schon weiter: "Wir wollen parallel ein kulturelles Programm in der Waldbühne und im Sommergarten organisieren. Das kann eine Stimmung geben wie bei Olympischen Spielen - das kann eine andere deutsche Stadt so nicht bieten." Berlin geht offensiv in den WM-Wahlkampf. Nach dem hart kritisierten Nein zur Bewerbung um die Olympischen Spiele 2012 ist das auch nötig.

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