Hohe Transfersummen im Fußball : Karl-Heinz Rummenigge: "Das ist auch eine Wette"

Wetten, dass? Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge sieht die hohen Ablösesummen für Toptalente wie Fußball-Nationalspieler Leroy Sané auch als eine Art Spiel.

Holt sich Anregungen über die New Yorker Börse. Rummenigge ist derzeit mit den Bayern in den USA.
Holt sich Anregungen über die New Yorker Börse. Rummenigge ist derzeit mit den Bayern in den USA.Foto: dpa/Lane

Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge sieht die hohen Ablösesummen für Toptalente wie Fußball-Nationalspieler Leroy Sané oder Europameister Renato Sanches auch als Wetten auf eine große Zukunft der Jungprofis. „Natürlich sind solche Transfers irgendwo auch eine Wette. Alle Vereine sind auf der Suche nach solchen Spielern“, sagte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München im Interview der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in New York.
Der 20 Jahre alte Sané war am Montag für rund 48 Millionen Euro plus Bonuszahlungen vom FC Schalke 04 zu Manchester City transferiert worden. Der FC Bayern hat für den 18 Jahre alten Mittelfeldspieler Sanches einen Grundbetrag von 35 Millionen Euro an Benfica Lissabon bezahlt. Schalke wiederum hat über 20 Millionen Euro in Schweizer Angreifer Breel Embolo (19) vom FC Basel investiert.
„Wenn wir bei Renato Sanches nicht so frühzeitig zugeschlagen hätten, hätten wir nach der EM keine Chance mehr gehabt“, meinte Rummenigge. Beim Titelgewinn mit Portugal in Frankreich konnte sich der bis dato noch nicht berühmte Jungprofi in den internationalen Fokus spielen.
„Ich bin froh, dass wir den Mut hatten, diesen mit 35 Millionen Euro auch sehr teuren Transfer zu machen“, sagte Rummenigge. „Er ist ein Spieler, der für sein Alter viel Persönlichkeit, viel Power und Zug zum Tor hat. An ihm werden wir hoffentlich viel Freude haben.“

Rummenigge: Bayern sollte 2017 keine Top-Spieler für den Confed Cup abstellen

Rummenigge äußerte sich in New York auch zur Nationalmannschaft, Bundestrainer Joachim Löw wird es weniger freuen. Der FC Bayern München möchte erreichen, dass Bundestrainer Joachim Löw beim Confederations Cup 2017 in Russland Rücksicht auf die Vereine und hochbelastete Fußball-Nationalspieler nimmt. „Ich hoffe, dass wir da eine Balance erreichen. Man wird ein Gespräch mit dem DFB und speziell mit Joachim Löw führen müssen“, sagte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Rekordmeisters im Interview der Deutschen Presse-Agentur in New York.
„Wir hatten dieses Jahr die Eeuro, 2017 gibt es den Confed-Cup und 2018 die WM. Das heißt, die Nationalspieler haben in den nächsten zwei Jahren wieder zu wenig Regeneration“, erläuterte Rummenigge. Der Confed-Cup sei zudem „inzwischen ein Wettbewerb ohne Wert“.

Video
Schöpf: 'Sané-Abgang schwer zu kompensieren'
Schöpf: 'Sané-Abgang schwer zu kompensieren'

Das Turnier wird vom 17. Juni bis 2. Juli 2017 als sogenannter Probelauf für die im Jahr darauf stattfinde Weltmeisterschaft in Russland ausgetragen. Womöglich könnte es der letzte Confed-Cup sein, wie der auch durch seine Funktion als Vorsitzender der European Club Association (ECA) gut vernetzte Rummenigge überraschend andeutete: „Meiner Kenntnis nach wird der Confederations Cup 2017 in Russland letztmals veranstaltet und danach wahrscheinlich abgeschafft.“
Der 60-Jährige kritisiert seit Jahren vehement die Belastungen der Topspieler insbesondere durch Turniere und Länderspiele. „Speziell die internationalen Verbände bereiten mir Sorge. Sie pumpen ihre Wettbewerbe immer weiter auf. Es gibt WM- und EM-Turniere, es kommt der Uefa-Nations-Cup, es gibt den Confederations Cup. Die Spieler können nicht mehr durchschnaufen. Ich appelliere an Fifa und Uefa: Es ist der Zeitpunkt gekommen für weniger Politik und mehr Fußball.“ (dpa)


2 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben