Sport : Holland gegen Holland

Vor demTschechien-Spiel gibt es wieder Ärger

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Aveiro – Offiziel heißt der Gegner Tschechien, doch tatsächlich haben die Niederländer im heutigen Spiel wieder einmal vor allem gegen eine Mannschaft zu kämpfen: gegen sich selbst. Vor dem zweiten Gruppenspiel (20 Uhr 45/ARD) sucht Trainer Dick Advocaat noch immer die ideale Aufstellung. Eins ist aber klar: „Wir müssen uns unbedingt steigern. Unsere letzte Leistung war einfach nicht gut genug“, sagt Stürmer Ruud van Nistelrooy.

„Wir wissen, was wir zu erwarten haben, und das wird nicht einfach“, sagte Hollands Jaap Stam. Tschechiens Trainer Karel Brückner zieht die Variante mit fünf Mittelfeldspielern und nur einer Spitze in Erwägung – er hat sich Deutschlands 1:1 gegen Holland wohl genau angeschaut. Das gilt auch für Vladimir Smicer. „Vor van Nistelroy haben wir schon ein bisschen Angst“, gestand er. Der Rest des noch vor der EM so hoch eingeschätzten niederländischen Teams hat aber offenbar seinen Schrecken verloren. Bei der Mannschaft selbst zeigt die heftige Kritik in den heimischen Medien Wirkung. Bei der letzten Pressekonferenz vor der Partie wollte sich kein Spieler mehr über Taktik oder Personalfragen äußern – Trainer Dick Advocaat hat eine Interviewsperre verhängt.

Advocaat hat mit den ständigen Systemwechseln wohl zudem vor allem seine eigenen Akteure verunsichert. Im Geheimtraining ließ er sogar plötzlich wieder mit Patrick Kluivert als zweiter Spitze neben van Nistelrooy spielen, hieß es. Dabei hatte er das ungeliebte 4-4-2-System erst kürzlich verworfen. Wen Advocaat diesmal aufs Feld beordern wird, ist nicht nur im Angriff unsicher. Clarence Seedorf steht nach seiner Muskelzerrung wieder zur Verfügung, doch wahrscheinlich wird der Bondscoach im Mittelfeld doch dem jungen Wesley Sneijder nach seinem guten Auftritt gegen Deutschland eine Chance von Beginn an geben.

In der Heimat traut man dem Team aber wohl kaum noch etwas zu. „Mit Advocaat kann die Mannschaft nie Europameister werden“, sagt Co Adrianse, Trainer von AZ Alkmaar. Selbst Wimbledonsieger Richard Krajicek meckert: „Wenn ein Trainer ständig seine Taktik ändert, kann er keinen Erfolg haben.“ dpa

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