Sport : Holland

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Nur mitjubeln ist blöder.
Nur mitjubeln ist blöder.Foto: dpa

Gleich hinter der niederländischen Grenze nach Deutschland, im Rheinland nämlich, da sagt man, dass man auch gönnen können muss (man sagt: Jönne könne). Deswegen, liebe Holländer, jetzt, da die großen Jungs nicht mehr mitspielen – ihr wisst schon: die großen Jungs, das sind die vom dreimaligen Weltmeister des Nachbarlandes – jetzt dürft ihr auch mal. Und auch, weil ohnehin die halbe Mannschaft beim Nachbarn in der Bundesliga kickt, teilweise nicht schlecht übrigens, Mark van Bommel und Arjen Robben haben schließlich nicht unwesentlichen Anteil daran gehabt, dass wir in der vergangenen Saison der Champions League ganz wunderbare Abende mit dem FC Bayern München verbracht haben. Die Pro-Holland-Kampagne ist also nicht nur eine großzügige Bewegung, sie ist auch eine dankbare. Dank auch dafür, dass ihr seinerzeit so nett gewesen seid, Bernd Hölzenbein im Strafraum zu foulen, woraufhin Paul Breitner den Elfmeter verwandelte, woraufhin dann Gerd Müller das Siegtor erzielte, ihr wisst schon, 1974, München, Weltmeisterschaft, als die großen Jungs selber mitspielten. Pro Holland auch, weil man ja auch mal vergessen muss und Frank Rijkaard sich längst ausgesprochen hat mit Rudi Völler und augenscheinlich in dieser Mannschaft lauter nette Kerle spielen und keiner wie Ronald Koeman. Dass euer Assistenz-Trainer Frank de Boer ist, der früher immer fies und rassistisch gegen die Surinamer im Team gestänkert hat, ist allerdings eine Kröte, die Pro Holland zu schlucken hatte. Aber die wird ausgeglichen von Sabine vom Café Lentz, die ist supernett und Holländerin. Also Pro Holland, weil ihr ja sonst nichts zu lachen habt mit eurem Rechtspopulisten Wilders und mit der inoffiziellen Fanhymne: „Viva Hollandia“.

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