Sport : Home, sweet home

Erster Sieg in Wembley: England schlägt Israel 3:0

Markus Hesselmann[London]

Wembley gehört wieder den Engländern. Nachdem die deutschen Fans dort zuletzt ein Heimspiel auf fremdem Boden gefeiert hatten, als ihre Mannschaft 2:1 gewann und sie selbst lauter sangen als die einheimischen Zuschauer, durften nun die englischen Fans einmal ausgiebig jubeln. 3:0 (1:0) gewann das Team von Trainer Steve McClaren gestern das EM-Qualifikationsspiel gegen Israel. Es war der erste Sieg im neuen Wembleystadion. Aber viel wichtiger ist, dass England nun mit einem weiteren Heimsieg am Mittwoch über Russland in der Gruppe E auf einen der beiden Plätze vorrücken kann, die zur EM-Teilnahme berechtigen.

„Ich bin hocherfreut“, sagte Steve McClaren. „Wir müssen diese Leistung aber bestätigen. Unsere Gegner dürfen sich nicht auf ihren Auftritt in Wembley freuen.“ McClaren, der nach vielen schwachen Spielen seiner Elf unter Druck steht, musste nicht nur wie zuvor schon bekannt wegen Verletzungen auf seine Stars David Beckham, Frank Lampard und Wayne Rooney verzichten, sondern auch noch auf Owen Hargreaves. „Wir hoffen für Mittwoch auf ihn“, sagte McClaren über den defensiven Mittelfeldspieler, der wegen Schmerzen im Oberschenkel zuletzt nicht trainierte.

Erst einmal bekam Michael Owen gestern einen alten Sturmpartner zurück: Emile Heskey. Der Mann von Wigan Athletic, dessen internationale Karriere schon beendet schien, kam gleich dreimal innerhalb der ersten 20 Minuten im Strafraum gefährlich an den Ball, ohne aber das Tor zu treffen. Dann war es nicht der bullige Heskey, sondern der kleine Shaun Wright-Phillips, dem das 1:0 gelang. Joe Cole, sein Mannschaftskamerad beim FC Chelsea, flankte in Beckham-Manier mit dem rechten Fuß in den Strafraum, Wright-Phillips verwandelte mit viel Gefühl. Es sind Spieler wie der 25-jährige Wright-Phillips oder der 19-jährige Verteidiger Micah Richards, die England hoffen lassen, irgendwann nicht mehr nur eine Ansammlung von Stars, sondern wieder eine starke Mannschaft aufbieten zu können.

Kurz nach der Pause kam der große Moment des Michael Owen. Mit einem Drehschuss von der Strafraumgrenze entschied er das Spiel gegen harmlose Israelis. Micah Richards steuerte per Kopf noch das 3:0 bei.

Das 90 000 Zuschauer fassende neue Wembleystadion war wiederum nicht ganz voll, wie schon beim Testspiel gegen Deutschland. Die größten Lücken gab es diesmal allerdings im Gästeblock. Die zuletzt gehemmten englischen Fans konnten aus voller Brust „Rule Britannia“ und „God save the Queen“ singen. Und diesmal gingen auch nur wenige von ihnen schon vor dem Abpfiff nach Hause.

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