Homophobie : Zwanziger sagt Schwulenfeindlichkeit den Kampf an

Theo Zwanziger ist die Diskriminierung schwuler Sportler ein Dorn im Auge. Der DFB-Präsident verspricht, dass der organisierte Fußball versucht, diesem Problem Herr zu werden. Die jüngsten Äußerungen des Kölner Trainer Christoph Daum passen allerdings gar nicht zu diesen Worten.

Theo Zwanziger Foto: dpa
DFB-Präsident Theo Zwanziger beim Aktionsabend gegen Homophobie. -Foto: dpa

KölnDFB-Präsident Theo Zwanziger will den Kampf gegen die Diskriminierung homosexueller Sportler zur Chefsache machen. "Der organisierte Fußball wird dazu beitragen, dass das Problem thematisiert wird", sagte der Verbandschef am Freitag in Köln.

Zwanziger war zu Gast beim zweiten "Aktionsabend gegen Homophobie". Mehrere Homosexuellen- und Sportverbände hatten ins Kölner Rhein- Energie-Stadion eingeladen, um auf die schwierige Situation von Schwulen und Lesben im Profi- und Amateur-Fußball aufmerksam zu machen. Im Anschluss an die Veranstaltung wurde eine gemeinsame "Erklärung gegen Diskriminierung" unterzeichnet.

Zwanziger will niemanden zum Outing drängen

Aus Sicht des DFB-Chefs kommt den rund 26.000 Fußballvereinen in Deutschland eine zentrale Rolle bei der Erziehung zu mehr Toleranz zu. "Unsere Aufgabe ist es, für Fairness zu werben, diskriminierende Gedanken zu verhindern", forderte Zwanziger. "Es gibt kein besseres Feld dafür als den Fußball."

Allerdings warnte er vor überzogenen Erwartungen. So sei es die private Entscheidung jedes homosexuellen Spielers, ob er sich zu seiner Neigung bekenne oder nicht. "Die Freiheit des jeweiligen Menschen steht im Mittelpunkt." Es nutze nichts, schwule oder lesbische Sportler zum Outing zu drängen. Vielmehr gehe es um eine Sensibilisierung von Trainern und Fans.

Diffamierungen offen thematisieren

"Homophobie ist noch weit außerhalb dessen, was beim Normalbürger Empörung auslöst", sagte der Bundestags-Abgeordnete Volker Beck von den Grünen. Ziel der Sportpolitik und Vereinsarbeit müsse es deshalb sein, Diffamierungen offen zu thematisieren - ähnlich wie bei Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

In diesem Zusammenhang äußerte Beck harsche Kritik an dem Kölner Trainer Christoph Daum, der mit umstrittenen Aussagen zum Umgang mit Homosexuellen in der Nachwuchsarbeit für Wirbel gesorgt hatte. "Diese Äußerungen sind dumm und unverschämt. Er sollte sich dafür entschuldigen", forderte der Grünen-Politiker. (mbo/dpa)

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