• Hondo wieder Vierter im Zielsprint Der Deutsche überrascht – Hushovd erobert Gelb

Sport : Hondo wieder Vierter im Zielsprint Der Deutsche überrascht – Hushovd erobert Gelb

Sebastian Moll

Namur - „Großes Casino“ nannte der Österreicher René Haselbacher das, was der Gerolsteiner-Sprinter auf den letzten zehn Kilometern der zweiten Tour- Etappe von Charleroi nach Namur erlebt hatte. Dabei blinzelte er vergnügt durch seine Sportbrille in Nachmittagssonne, eben so wie einer der beim Spiel Glück hat. Er hatte seinen Kapitän Danilo Hondo erfolgreich in Position gebracht, ihm kurz vor dem Ziel zum Spurt auf den vierten Rang verholfen. Vor Hondo lagen nur Robbie McEwen, Thor Hushovd und Jean Patrick Nazon. Am meisten freute sich von ihnen Hushovd. Der Norweger – schon am Vortag Zweiter – übernahm gestern das Gelbe Trikot vom Schweizer Fabian Cancellara.

Weit hinter dem Gewinner und hinter Hondo kamen Sprintgrößen wie Alessandro Petacchi und Erik Zabel ins Ziel. Zabel wurde nur Siebter. „Ich habe mich halt wieder an Petacchi orientiert“, sagte Zabel. Petacchi, der Mann, der die Sprints des vergangenen Jahres dominiert hatte, ist offensichtlich nicht in der Verfassung von 2003 und so herrscht Verwirrung in Sprinter-Kreisen. Keiner der schnellen Männer weiß mehr, auf wen zu achten ist. „Es ist ganz schwer, sich zu orientieren“, sagte Zabel.

Hondo, der nun zum zweiten Mal Vierter sowie bester Deutscher war, findet das nicht schlimm. „Das macht den Sprint doch schön, wenn er offen ist.“ Auf seine Chance wartet Hondo bereits seit 2001, als er mit zwei Etappensiegen beim Giro d’Italia seine Klasse bewies. Doch dem kurzen Aufblitzen folgten zwei weitere Jahre als Helfer von Zabel bei Telekom. 2003 unterschrieb er dann als neuer Spitzensprinter bei Gerolsteiner. Jetzt ist seine Zeit gekommen, und die ersten Etappen haben Hondo Selbstvertrauen gegeben. „Ich merke, dass ich die Form habe.“ Deshalb traut er sich nicht nur einen Etappensieg zu, sondern sogar den Gewinn des Grünen Trikots. Zur Zeit ist er Vierter in der Wertung.

Doch Hondo war auf der zweiten Etappe nicht der einzige Gerolsteiner-Fahrer, der auftrumpfte. Sebastian Lang war einer von sechs Fahrern, die nach sieben Kilometern davonfuhren und zeitweilig bis zu fünf Minuten Vorsprung vor dem Feld hatten. 20 Kilometer vor dem Ziel war die Flucht beendet, die Sprinter bestimmten das Finale.

Die Tour-Mitfavoriten Jan Ullrich und Lance Armstrong kamen im großen Feld ins Ziel. Ihrem Zweikampf steht nun nicht mehr im Wege, nachdem Team-Manager Walter Godefroot zu Ullrichs Erkältung sagte: „Jan hat kein Fieber – nichts Gravierendes.“

0 Kommentare

Neuester Kommentar