Hooligans : Festnahmen nach Ausschreitungen in Dortmund

Vor dem Spiel Deutschland-Polen ist es in Dortmund zu Ausschreitungen deutscher Hooligans gekommen. Kurz vor dem Anpfiff kesselte die Polizei etwa 120 als gewalttätig bekannte Hooligans ein.

Berlin - Als sie abtransportiert werden sollten, warfen die Hooligans Flaschen und Stühle. Mehrere Menschen erlitten leichte Verletzungen. Noch vor dem Anpfiff hatte die Polizei die Lage nach eigener Aussage unter Kontrolle.

Dagegen haben auf überfüllten Fan-Festen im ganzen Land weit über eine Million Fußball-Anhänger den zweiten deutschen Sieg bei der Weltmeisterschaft gefeiert. Der überschäumenden Freude nach dem 1:0 von Deutschland gegen Polen in Dortmund durch ein Tor von Oliver Neuville in der Nachspielzeit folgten in vielen Städten bis spät in die Nacht Auto-Korsos mit Hupkonzerten und wehenden schwarz-rot-goldenen Fahnen. Die Schlachtenbummler zogen mit "Oh, wie ist das schön"-Gesängen und "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin"- Rufen durch die Innenstädte.

Insgesamt wurden rund 300 Fans festgesetzt, rund die Hälfte davon Deutsche. Der Dortmunder Polizeipräsident Hans Schulze rechnete am Donnerstagmorgen noch mit weiteren Festnahmen. Auseinandersetzungen zwischen Hooligan-Gruppen hätten jedoch verhindert werden können. Zuvor hatte die Polizei 60 polnische Fans vorsorglich festgesetzt.

Neben diesen traurigen Szenen wurde in Deutschland weitgehend friedlich gefeiert: Auf die Straße des 17. Juni kamen Mittwochnacht nach Angaben des Senats mehr als 500.000 Menschen. Damit haben seit WM-Beginn am vergangenen Freitag etwa zwei Millionen Fans auf der größten Dauerparty der Republik zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor gefeiert. In Stuttgart und Hamburg feierten jeweils bis zu 70.000 Menschen ausgelassene Fußball-Feste.

Wie in Berlin, wo zeitweise wegen des Ansturms der Massen neun von zwölf Eingängen von der Polizei aus Sicherheitsgründen geschlossen werden mussten, sperrten die Behörden auch in Leipzig, Frankfurt, am Spielort Dortmund, sowie in Hamburg, Kaiserslautern und Mainz Zugänge zu Fan-Festen und Fan-Bereiche. In zahlreichen Städten mussten auch mehrere Hauptverkehrsstraßen gesperrt werden. Die Sicherheitslage war nach übereinstimmenden Polizeiberichten überwiegend ruhig.

Wegen der unmittelbar nach Spielabpfiff gestarteten Auto-Korsos kam es besonders in einigen größeren Städten zu Staus. In Berlin sperrte die Polizei den Kurfürstendamm für den sonstigen Straßenverkehr. Auf der zentralen Leopoldstraße in München-Schwabing tanzten und sangen Tausende von Fußball-Fans und brachten den Autoverkehr zum Erliegen. (tso/dpa)

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