Sport : Hoppegarten: Alle ostdeutschen Bahnen leiden mit

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Der sportliche Absturz in Hopppegarten ist nicht nur ein regionales Problem. Es hat auch Auswirkungen auf die übrigen ostdeutschen Rennbahnen in Dresden, Magdeburg, Leipzig, Gotha, Halle und Bad Doberan. Zwar hat Dresden die beiden sportlich bedeutendsten Rennen der drei abgesagten Renntage vom Union-Klub übernommen und profitiert so scheinbar von dessen Niedergang. Doch so einfach ist die Rechnung nicht. Die beiden Listenrennen trägt Dresden nur aus, weil sie speziell für in Ostdeutschland untergestellte Pferde ausgeschrieben sind. Die 25 000 Mark Prämien gehen also direkt in die Trainingsarbeit Ost.

Obwohl auch in Dresden die finanzielle Situation nicht rosig aussieht, konnten speziell für diese zwei Rennen Sponsoren gefunden werden. "Viele weitere Rennen können wir aber nicht übernehmen", sagt Christoph Winkler, der Präsident des Dresdener Rennvereins. Er baut lieber auf eine solide Finanzierung statt auf großes Prestige und spielt damit auf die Geschäftspolitik des Union-Klubs an.

Ernster sind aber die Folgen, die das Wegbrechen des Trainingszentrums in Hoppegarten - das den gesamten Osten versorgt - nach dem Lizenzentzug haben könnte. "Wir bekommen so unsere Rennen nicht mehr voll", sagt Dresdens Geschäfsführer Uwe Tschirch und fügt hinzu: "Es werden dann auf Dauer auch hier die Besitzer fehlen, weil keine Alternativen in der Nähe sind." Wenn aber Besitzer in Dresden keine Pferde unterstellen, ziehen die guten Trainer ab, und das wirkt sich wiederum auf die Beschäftigten aus. Winkler schlägt deshalb einen Runden Tisch aller ostdeutschen Vereine vor. Die Idee ist allerdings nicht neu. Nur hatte der Union-Klub bisher kein Interesse an einer gemeinsamen Problemlösung.

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