Sport : Hospital Hohenschönhausen

Die Berliner Eisbären beklagen immer mehr Ausfälle

Claus Vetter

Berlin. Verteidigender Stürmer? Florian Keller überlegte nicht lange. „Nee, ich finde das nicht so gut“, sagte der Stürmer. Während der Partie der Eisbären in Mannheim war Keller in die Defensivabteilung beordert worden. Darryl Shannon schmerzte die Schulter. Der Berliner Klub aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) hatte nur noch fünf Verteidiger zur Verfügung: ein weiterer, negativer Höhepunkt in Sachen spielendes Personal bei den Eisbären.

25 Spieler haben die Berliner schon eingesetzt, am Donnerstag hatte Tray Tuomie sein Debüt. Der Amerikaner mit deutschem Pass stürmte zuletzt bei Zweitligist Bremerhaven, schoss da in 56 Spielen gerade einmal drei Tore. Wären alle fit, der 35-Jährige würde kaum spielen, doch sieben erfahrene Akteure fehlen derzeit. Trotzdem sind die Eisbären blendend in die Saison gestartet. Das 0:4 in Mannheim war erst die zweite Niederlage im siebenten Spiel. Allerdings war in Mannheim ein Substanzverlust offenbar, auch wenn der Manager dies nicht so sehen will. „Alle haben nur durchschnittlich gespielt“, sagt Peter John Lee. „Gegen Verletzungspech kannst du nichts machen.“

Doch Hoffnung darauf, dass bald wieder Verstärkung kommt, können sie bei den Eisbären nicht haben, wie die Liste der momentan pausierenden Profis zeigt:

Brad Bergen: Der einstige Nationalspieler trainiert seit zwei Wochen wieder. Er wurde mit Corriveau nach dem Trainingslager zu Unrecht von der schwedischen Staatsanwalt zweieinhalb Wochen festgehalten. In der Untersuchungshaft war Bergen nur im Kraftraum. Wann er wieder spielen wird, ist ungewiss.

Yvon Corriveau: Der Kanadier kämpft nach Schweden mit physischen und psychischen Problemen. Der 36-Jährige klagte zuletzt über Rückenschmerzen. Nächste Woche will er wieder aufs Eis. Bislang hat ihn sein Klub noch nicht bei der DEL für die letzte vakante Ausländerstelle lizenziert.

Sven Felski: Im Mai, beim WM-Spiel in Helsinki gegen Finnland, schied der Nationalspieler mit einem Kreuzbandriss aus. Erst im November oder Dezember soll er wieder trainieren.

Ricard Persson: Im Trainingslager brach sich der wohl beste Berliner Verteidiger einen kleinen Finger. In etwa drei Wochen soll der Schwede sein erstes DEL-Spiel machen.

David Roberts: Der US-Amerikaner zog sich im ersten Punktspiel gegen Freiburg einen Haarriss im Schienbein zu. In zwei Wochen soll Roberts, der in der Saison 2001/2002 bester Skorer bei den Berlinern war, wieder aufs Eis können.

Darryl Shannon: Er erlitt in Mannheim eine Schultereckgelenksprengung. Wann der Kanadier wieder aufs Eis kann, ist unklar.

Jeff Tomlinson: Am 16. November 2002 zog sich der Center einen Kreuzbandriss zu. An sich ist das verjährt: Doch Tomlinson stieg zu früh ins Training ein, und dieser Eifer warf ihn zurück. Sein Comeback wird erst im Januar 2004 erwartet.

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