HSV-Aufsichtsrat : Kompetenz gegen die Krise

Aus der Kurve in den Aufsichtsrat? Warum die Mitglieder des Hamburger SV eine richtige Entscheidung getroffen haben.

Karsten Doneck

Die Wirtschaftskrise. Ist sie schon da? Kommt sie noch? Wenn ja, mit welcher Wucht? Es bahnen sich unruhige Zeiten an. Und wie so oft beschäftigt sich Bayern Münchens Vordenker Uli Hoeneß schon mal damit, dass auch der Fußball die Krise nicht unbeschadet umdribbeln wird. Da heißt es: Vorsorge treffen für schlechte Zeiten.

Dem HSV ist das recht ordentlich gelungen. Die Rede ist hier nicht von den 20 Millionen Euro, die der Transfer von Nigel de Jong zu Manchester City den Hamburgern eingebracht hat. Vielmehr hat der HSV auch organisatorisch seine Vorsorge getroffen. Auf der Mitgliederversammlung hat sich der Verein einen Aufsichtsrat gegeben, in dem Seriosität und Wirtschaftskompetenz aufs Freundlichste miteinander koalieren. Für die Sponsoren des HSV ist das ein klares Zeichen: Sie investieren, wenn sie’s denn noch können, in ein geordnetes Unternehmen.

Der Versuch einiger Hardcore-Fans von der Stehrängen, sich im Aufsichtsrat Gehör für die Interessen ihresgleichen zu verschaffen, ist bei einem basisdemokratisch geführten Verein wie dem HSV möglich, aber fehlgeschlagen. Die Mitglieder wollten in einem so wichtigen Gremium keine Fans, die wenig mehr als ihren Idealismus und ihre kritische Haltung zum Vorsitzenden Bernd Hoffmann einzubringen haben.

Die Vernunft hat gesiegt. Ein bisschen Rebellentum hätten einige der Mitglieder im für so steif gehaltenen Aufsichtsrat sicher gerne gesehen. Aber in Krisenzeiten ist Kompetenz gefragt. Und die verspricht der neue Aufsichtsrat weitaus mehr als ein mit mehreren Fans besetztes Gremium. Es ist schon vorher viel davon gesprochen worden, dass es sich um eine richtungsweisende Wahl handeln würde. Sie war richtungsweisend. Und der HSV steuert in die richtige Richtung.

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