HSV - Bielefeld 2:0 : Mit Arminia im Bunde

Der Hamburger SV überzeugt gegen Bielefeld nicht, siegt aber dennoch 2:0, weil Arminias Torhüter Eilhoff patzt und Wichniarek einen Strafstoß vergibt.

Karsten Doneck[Hamburg]
Fußball - Hamburger SV - Arminia Bielefeld
Hier fällt das 2:0. Paolo Guerrero (Mitte) trfitt für den HSV.Foto: dpa

Zwölf Saisontore hat Artur Wichniarek schon erzielt. Und das 13. lag ganz nahe, genau genommen nur elf Meter entfernt. Da bekam Arminia Bielefeld beim Stande von 0:1 in Hamburg einen Foulelfmeter zugesprochen. „Artur, Artur“, forderten ein paar Hundert mitgereiste Arminen-Fans in Sprechchören. Und Artur ließ sich nicht lumpen. Er trat an, schoss den Strafstoß aber wenig kraftvoll genau in die Mitte des Tores, so dass HSV-Schlussmann Frank Rost den Ball abwehren konnte. „Schlecht geschossen“, grämte sich Arminias Torjäger später. Und wenn Wichniarek nicht einmal aus elf Metern trifft, dann passiert bei Bielefeld offensiv nun mal gewöhnlich wenig. Der Hamburger SV gewann sein Bundesliga-Heimspiel vor 53 292 Zuschauern trotz wenig erbaulicher Vorstellung mit 2:0 (1:0), bleibt zu Hause in dieser Saison ungeschlagen und kletterte damit auf Tabellenplatz drei. Eine Position, die es am kommenden Sonntag bei Bayer Leverkusen zu verteidigen gilt.

Eilhoff unterlief einen Freistoß aus 30 Metern

„Obwohl wir dominant waren, haben wir auch ein bisschen Glück gehabt“, sagte HSV-Trainer Martin Jol nach dem Spiel. Es musste schon ein Bielefelder helfen, um einem über weite Strecken ohne klare Strukturen kickenden HSV den Weg zu den drei Punkten zu ebnen. Arminias Torwart Dennis Eilhoff unterlief einen weiten, hoch geschlagenen Freistoß von Piotr Trochowski aus gut und gerne 30 Metern fahrlässig, der Ball trudelte, von Eilhoff noch berührt, zum 1:0 ins Netz. „Ich habe den Ball falsch eingeschätzt, der wurde ja immer länger“, wunderte sich Eilhoff über Trochowskis Schuss. Fünf Minuten nach Wichniareks vergebenem Elfmeter gelang Paolo Guerrero mit einem prächtigen Schuss von der Strafraumgrenze das 2:0 – die Entscheidung, weil Bielefeld Kraft und Können zum Aufbäumen fehlte.

Ohnehin fehlte dem Geschehen im dichten Hamburger Schneetreiben der rechte Schwung. Arminia Bielefeld konnte, stark ersatzgeschwächt, nicht an die Form anknüpfen, mit der die Mannschaft zuletzt bei Werder Bremen (2:1) und gegen Hertha BSC (1:1) gepunktet hatte. „Uns war klar: Du hast in Hamburg nur eine Chance, wenn alles 100-prozentig klappt. Das war bei uns nicht der Fall“, sagte Arminas Trainer Michael Frontzeck.

Olic stürmte für Petric und enttäuschte

Der HSV musste ohne den gesperrten Mladen Petric auskommen. Trainer Martin Jol ließ dafür Ivica Olic stürmen, der seine Sperre abgesessen hat. Olic fand aber keinerlei Bindung zum Spiel. In der Abwehr unterliefen Alex Silva, nach auskuriertem Leistenbruch wieder dabei, ein paar grobe Schnitzer. Die vermied dagegen Michael Gravgaard weitgehend. Der Däne hatte eine Woche zuvor bei der 2:3-Niederlage der Hamburger in Karlsruhe ein erbärmliches Debüt im HSV-Dress abgeliefert. Seine größte Tat vollbrachte Gravgaard diesmal, als er beim Stande von 1:0 gegen Wichniarek im eigenen Strafraum in höchster Not mit einer Grätsche klärte, vorangegangen war wieder ein haarsträubender Fehler von Alex Silva. „Er hat seine Sache gut genmacht“, lobte Jol den dänischen Abwehrspieler.

Arminia Bielefeld trug die Niederlage indes mit Fassung. „Wir hatten wohl alle nicht unseren allerbesten Tag“, stellte Torwart Eilhoff trocken fest.

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